Das Deutsche Museum in München zählt zu den größten und bekanntesten Museen Deutschlands. Seit 2015 wird es in zwei Bauabschnitten umfassend modernisiert. Die 2006 gestartete Zukunftsinitiative läuft bis 2028 und verfolgt ein klares Ziel: Neben der Neugestaltung der Ausstellungen steht die technische, funktionale und statische Erneuerung des über 100 Jahre alten Gebäudes im Mittelpunkt. Ein zentrales Element der Arbeiten bildet die Sicherung des historischen Sammlungsbaus – eine Aufgabe, die der Porr Spezialtiefbau mit Präzision, Innovationskraft und nachhaltigen Lösungen umsetzt.
Tiefgründung mit Verantwortung
Im Rahmen der Modernisierung übernahm der Porr Spezialtiefbau 2024 die Unterfangungen und Tiefgründungen. Die Arbeiten fanden im ersten Bauabschnitt nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. (DGNB) statt.
Die Sanierung stellte hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Enge Platzverhältnisse, niedrige Decken, Arbeiten im Grundwasser an der Isar und der Schutz der denkmalgeschützten Bausubstanz erforderten präzise Planung und höchste Sorgfalt. Um die Baugruben für Leitungs- und Technikkanäle herzustellen, setzte das Team das Düsenstrahlverfahren (DSV) ein. Dieses Verfahren sichert die Baugruben seitlich und unterfängt bestehende Fundamente zuverlässig.

Insgesamt brachte das Team rund 1.200 m³ DSV-Körper und 108 Mikropfähle mit Längen bis zu 15 Metern und Durchmessern zwischen 200 und 250 mm ein. Die geräusch- und erschütterungsarme Arbeitsweise erwies sich dabei als großer Vorteil im sensiblen Bestandsbau. Dank modularer Stahltragglieder, die direkt vor Ort gekoppelt wurden, blieb die Gründung auch bei geringer Arbeitshöhe stabil. Zudem kommen im aktuell laufenden zweiten Bauabschnitt erneut Mikropfähle zum Einsatz.
Nahtloses Zusammenspiel verschiedener Leistungsbereiche
Die Porr Equipment Services lieferten die kompakten Bohrgeräte, die hohe Leistung bei minimalem Platzbedarf bieten – ideal für die engen Verhältnisse auf der Baustelle. Das Team am Standort Colbitz fertigte die passgenauen Stahltragglieder, die exakt auf die Anforderungen des historischen Bauwerks abgestimmt sind.

Gleichzeitig koordinierte die Planung im Spezialtiefbau die gesamte Ausführung. Durch enge Abstimmung aller Beteiligten verliefen die Abläufe reibungslos, was eine termingerechte Umsetzung gewährleistete. Außerdem förderte die enge Zusammenarbeit einen effizienten Wissensaustausch zwischen den einzelnen Fachbereichen.
Nachhaltigkeit als Maßstab
Der erste Bauabschnitt der Modernisierung erhielt die Auszeichnung „Nachhaltige Baustelle im Spezialtiefbau“ der DGNB. Bewertet wurden Baustellenorganisation, Ressourcenschonung, Gesundheitsschutz und Bauqualität.
Ein besonderes Highlight bildet das bei den DSV-Säulen eingesetzte Injektionsbindemittel. Es enthält Pflanzenkohle, die CO₂ bindet und dadurch den ökologischen Fußabdruck der Baustelle deutlich verringert. Zudem kamen Elektrogeräte zum Einsatz, die für emissionsarme Arbeitsbedingungen sorgten. Darüber hinaus nutzten die Hydraulikantriebe biologisch abbaubares Öl – ein weiterer Schritt hin zu einer nachhaltigen Bauweise.

