Bei einem Kurzprojekt im niedersächsischen Clenze musste ein temporärer Spundwandkasten unter engen Platzverhältnissen hergestellt werden. Die Heisig Spezialtief- und Wasserbau GmbH setzte dafür das Ramm- und Bohrgerät Liebherr LRB 19 mit dem Rüttler LV 23 ein. 36 Doppelspundbohlen wurden jeweils rund zehn Meter tief eingebracht. Nach nur drei Tagen war der Einsatz abgeschlossen.
LRB 19 ist nach einer Stunde einsatzbereit
Für Spezialtiefbauunternehmen sind kurze Rüstzeiten besonders bei kleineren Projekten ein wichtiger Faktor. Das zeigte sich auch beim Einsatz in Clenze. Heisig setzte das LRB 19 für den Bau eines neuen Getreidesilos ein und musste dafür einen temporären Spundwandkasten herstellen.
„Die Auf- und Abrüstzeiten sind für uns ziemlich wichtig. Wir haben auch kleine Baustellen. Wenn wir dann zwei Tage beschäftigt sind mit Auf- und Abrüsten, ist das nicht wirtschaftlich. Jetzt sind wir in einer Stunde rammbereit und können gleich starten“, erklärt Jan ter Beek, Prokurist der Heisig Spezialtief- und Wasserbau GmbH.

Auch beim Transport soll die kompakte Bauweise Vorteile bringen. Laut Heisig lässt sich das LRB 19 mit weniger als 60 t transportieren. Wird der Ballast entfernt, sinkt das Transportgewicht auf unter 40 t. Damit kann die Maschine laut Unternehmen mit dem eigenen Tieflader und ohne Schwerlastgenehmigung transportiert werden.
36 Doppelspundbohlen in drei Tagen
Auf der Baustelle in Clenze musste das LRB 19 mit dem Liebherr-Rüttler LV 23 insgesamt 36 Doppelspundbohlen einbringen. Jede Bohle wurde rund zehn Meter tief in den Boden gerüttelt. Die reine Rüttelzeit lag dabei bei etwa fünf Minuten pro Bohle.
Die Kombination aus Trägergerät und Rüttler erwies sich laut Heisig als besonders passend. „Die Leistung des Rüttlers passt sehr gut. Man merkt, dass er gut auf das LRB 19 abgestimmt ist“, sagt Jan ter Beek.

Zusätzliche Unterstützung kommt von der überarbeiteten Schlauchführung. Ein neuer Schlauchschlitten hält die Hydraulikschläuche während des Einsatzes aus dem unmittelbaren Arbeitsbereich. Das erleichtert insbesondere das Einbringen von Spundwänden, bei denen ausreichend Bewegungsfreiheit rund um das Anbaugerät entscheidend ist.
Die Bodenverhältnisse stellten zugleich hohe Anforderungen. Auf der Baustelle traf das Gerät auf steifen bindigen Boden. Hinzu kamen enge Platzverhältnisse sowie die Nähe zu bestehender Infrastruktur und Leitungen. Die kompakte Bauweise des LRB 19 erleichterte laut Heisig das Positionieren und Arbeiten auf der begrenzten Fläche.
„Die Baugrube ist nicht groß und das Gerät kann sich trotzdem gut bewegen – das ist eine große Stärke. Seine Ausladung ist auch extrem positiv gegenüber seinen Wettbewerbern. Wir sind damit sehr zufrieden“, berichtet Jan ter Beek.
Hydraulischer Schnellwechsel spart Zeit
Ein wesentlicher Vorteil des LRB 19 liegt in der Möglichkeit, unterschiedliche Anbaugeräte schnell zu wechseln. Für Ramm- und Rütteleinsätze kann das Gerät unter anderem mit dem Liebherr-Hammer H 6 oder den Rüttlern LV 23 und LV 23 F ausgerüstet werden.
Darüber hinaus eignet sich das LRB 19 für Bohrarbeiten. Möglich sind unter anderem Einsätze mit Kellyausrüstung, Doppelbohrkopf, Vollverdrängerwerkzeug und Endlosschnecke. Auch Bodenmischen gehört zum möglichen Anwendungsspektrum.
Die Modellbezeichnung LRB 19 verweist auf den maximalen Verfahrweg des Schlittens von 19 m. Für unterschiedliche Anwendungen lässt sich das Gerät über ein hydraulisches Schnellwechselsystem umrüsten.
Dabei müssen die Verbindungen nicht manuell hergestellt werden. Hydraulische, mechanische und elektrische Anschlüsse werden automatisch gekoppelt. Der Fahrer kann den Wechsel ohne Werkzeug und ohne Verlassen der Kabine durchführen.
Vom Rüttler zum Bohrgetriebe in zehn Minuten
Wie stark sich die Rüstzeit dadurch reduzieren lässt, zeigt der Vergleich aus dem praktischen Einsatz. Früher benötigte Heisig laut Jan ter Beek rund eine Stunde für den Umbau zwischen Rüttler und Bohrgetriebe.
„Früher haben wir immer eine Stunde gebraucht für den Umbau zwischen Rüttler und Bohrgetriebe. Dementsprechend versuchten die Kollegen, so lange wie möglich mit einem Gerät zu arbeiten. Jetzt haben wir in zehn Minuten umgebaut“, sagt der Prokurist.
Gerade bei kurzen Spezialtiefbauprojekten kann dieser Zeitgewinn relevant sein. Beim Einsatz in Clenze konnte Heisig die Arbeiten am temporären Spundwandkasten nach drei Tagen abschließen. Das LRB 19 verband dabei kurze Rüstzeiten, Transportfähigkeit und eine kompakte Bauweise mit der Möglichkeit, zwischen verschiedenen Anwendungen zu wechseln.
