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Bau-Fachkräfte holen WM-Medaillen

WorldSkills Gintner+Pomassl 02

Österreichs Bau-Nachwuchs zeigt bei den WorldSkills 2026 in Shanghai internationale Spitzenleistungen: In einem hochkompetitiven Umfeld sichern sich heimische Fachkräfte eine Bronzemedaille im Betonbau sowie eine „Medal for Excellence“ im Hochbau. Entscheidend waren dabei nicht nur Präzision und Tempo, sondern vor allem die Fähigkeit, komplexe Bauaufgaben unter Zeitdruck sauber umzusetzen.

Betonbau: Präzision unter Zeitdruck

Julian Gintner und Michael Pomassl (Leyrer + Graf) erreichten im Betonbau den dritten Platz. Die Anforderungen waren technisch anspruchsvoll und praxisnah zugleich. Insgesamt mussten fünf Module umgesetzt werden, wobei das komplexeste Bauteil ein geschaltes Kreuz mit zwei überschnittenen Öffnungen darstellte. In die Konstruktion integriert waren das WorldSkills-Symbol sowie ein Herz als gestalterisches Element.

WorldSkills Gintner+Bauer+Pomassl
Julian Gintner (links) und Michael Pomassl (rechts) gemeinsam mit Experte Manuel Bauer (Mitte), der die beiden auf ihrem Weg zu Bronze bei den WorldSkills 2026 in Shanghai begleitet und unterstützt hat. Fotos: SkillsAustria/Wieser Slovencik

„Es ging alles so schnell und dann stehen wir auf einmal auf dem Podest, unglaublich! Wir haben unser Bestes gegeben und sind froh, dass es so ausgegangen ist. Wir können stolz auf uns sein“, so Gintner und Pomassl. Die Aufgabe verlangte exakte Schalungsarbeit, saubere Kantenführung und kontrollierte Betonverarbeitung – Kriterien, die auch auf realen Baustellen über Qualität und Nacharbeit entscheiden.

Hochbau: Hohe Materialleistung gefordert

Im Hochbau stellte sich Noah-Samuel Trettenbrein (BM-Haus GmbH) einer besonders materialintensiven Aufgabe. Gefordert war ein langgezogenes Mauerwerk, in das die Form des Messegeländes in Shanghai sowie die Jahreszahl 2026 präzise integriert werden mussten. Die Jury bewertete neben Maßhaltigkeit und Verband auch die Geschwindigkeit der Ausführung.

Auffällig war die hohe Ziegelmenge: In den Modulen mussten so viele Steine verarbeitet werden wie noch nie bei einer Berufs-Weltmeisterschaft. Trettenbrein erreichte Platz neun und erhielt dafür eine „Medal for Excellence“, die nur bei besonders hoher Punktezahl vergeben wird. „Ich habe alles gegeben. Als ich am Schlusstag mit den Kräften ziemlich am Ende war, aber mich die Fans noch einmal gepusht haben, habe ich eine Seite an mir kennengelernt, die ich noch nicht kannte.“

Ausbildungssystem als Erfolgsfaktor

Die Ergebnisse unterstreichen die Leistungsfähigkeit des österreichischen Ausbildungssystems im Bauwesen. Die Kombination aus betrieblicher Praxis, Berufsschule und Lehrbauhof sorgt für eine breite Qualifikation, die sich im internationalen Vergleich behauptet.

Gerade die Verbindung aus handwerklicher Präzision, Baustellenlogik und Zeitmanagement wird bei Wettbewerben wie den WorldSkills sichtbar. Aufgabenstellungen orientieren sich bewusst an realen Anforderungen, wodurch die Leistungen direkt auf die Praxis übertragbar sind. Für die Branche sind solche Erfolge ein klarer Indikator für die Qualität des Fachkräftenachwuchses.

Internationale Benchmark für die Praxis

Die WorldSkills gelten als Gradmesser für Ausbildungsqualität und handwerkliches Niveau weltweit. Für Bauunternehmen liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise darauf, welche Kompetenzen künftig entscheidend sind: exakte Ausführung, effiziente Arbeitsweise und die Fähigkeit, komplexe Geometrien sicher umzusetzen.

Für Österreichs Bauwirtschaft bedeuten die aktuellen Erfolge nicht nur Prestige, sondern auch einen klaren Wettbewerbsvorteil. Gut ausgebildete Fachkräfte bleiben ein zentraler Faktor für Qualität und Produktivität auf der Baustelle.

www.baumeisterverband.at

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