Wichtigste Erkenntnisse
- Rekordbeteiligung trotz angespannter Wirtschaftslage: Mit 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie 100 Ausstellern verzeichnet der Baukongress 2026 im Austria Center Vienna einen neuen Besucherrekord.
- KI als Problemlöser: Sarah Buchner (Trunk Tools) demonstrierte in ihrer Keynote, wie Künstliche Intelligenz Informationssilos aufbricht und Verzögerungen sowie Nacharbeiten auf der Baustelle signifikant reduziert.
- Allianzverträge auf dem Vormarsch: Das neue ÖBV-Merkblatt „Allianzvertrag Infrastruktur“ bietet eine praxisorientierte, österreichspezifische Grundlage für kooperative Vertragsmodelle, wie sie bereits beim ASFINAG-Projekt S31 erfolgreich angewendet werden.
- Nachhaltigkeit im Fokus: Der KOOP+ Award 2026 prämierte erstmals Projekte nach strengen Nachhaltigkeitskriterien. Die Auszeichnungen gingen an die Teams des „DC 2 Tower“ (Hochbau) und der „S31 Talübergänge Sieggraben“ (Infrastruktur).
- Digitalisierung ohne Kompromisse: Die österreichische Plattform bim-t ermöglicht unternehmensübergreifendes Arbeiten mit BIM-Modellen, ohne dass lokale Daten den Rechner verlassen müssen.
In zwei Wochen ist es so weit: Am 23. und 24. April 2026 wird das Austria Center Vienna erneut zum zentralen Treffpunkt der Branche. Der Baukongress 2026 bringt 2.500 Entscheiderinnen und Entscheider, Planer, Ausführende und Bauherren zusammen. Unter dem Leitsatz „ONE RACE. ONE GOAL. ONE SPIRIT.“ setzt die Österreichische Bautechnik Vereinigung (ÖBV) mit einem vollständig überarbeiteten Konzept neue Maßstäbe für die österreichische Bauwirtschaft.
Neue Impulse für die gesamte Bauwirtschaft in herausfordernden Zeiten
Der Baukongress gilt seit Jahren als wichtigste Plattform der Branche in Österreich. 2026 nutzt die ÖBV das Format gezielt, um Innovationen sichtbar zu machen und neue Impulse zu setzen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer wirtschaftlich angespannten Lage, die insbesondere den Hochbau betrifft, während der Ausbau der österreichischen Bahn- und Straßeninfrastruktur sowie der Leitungsnetze weiterhin stark performt.
ÖBV-Geschäftsführer Michael Pauser betont den Anspruch klar: „Dass die Anmeldungen nach dem Besucherrekord vom BAUKONGRESS 2024 nochmals gestiegen sind – und das trotz der aktuell durch den Irankonflikt gedämpften Hoffnungen auf eine Fortsetzung der leichten konjunkturellen Erholung –, unterstreicht das hohe Ansehen dieser Veranstaltung in der Branche.“
Auch Peter Krammer, ÖBV-Vorstandsvorsitzender und Vorstandsmitglied der Swietelsky AG, weist auf die aktuellen Herausforderungen hin: „Gerade im Bauwesen führen die aktuellen Unsicherheiten aus dem Irankonflikt zu kaum kalkulierbaren Angebotspreisen. Viele Unternehmen sind gezwungen, erhebliche und schwer abschätzbare Risiken – insbesondere bei Festpreisverträgen – in ihre Preise einzukalkulieren.“ Dies treibe die Baukosten nach oben und belaste die Budgets der Bauherren. Umso wichtiger seien nun kooperative Modelle und digitale Effizienzsteigerungen.
Sessions neu strukturiert: Fokus auf Ressourceneffizienz und Digitalisierung
Eine umfassende Teilnehmerbefragung bildete die Grundlage für die Neuausrichtung des Programms. Sämtliche Sessions wurden inhaltlich geschärft und stärker an den aktuellen Herausforderungen der Praxis ausgerichtet. In 50 hochkarätigen Fachvorträgen ziehen sich zwei Themen wie ein roter Faden durch das Programm: Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Besonders im Fokus stehen dabei digitale Lösungen entlang der gesamten Bauwertschöpfungskette. Junge Unternehmen präsentieren unter anderem die Plattform bim-t, die unternehmensübergreifendes Arbeiten mit Building Information Modeling (BIM) ermöglicht. Der Clou dabei: Die zentrale Bereitstellung von BIM-Standards und die automatisierte Prüfung von IFC-Modellen erfolgen, ohne dass lokale Daten den Rechner verlassen.
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Session-Schwerpunkte 2026 |
Kernthemen & Innovationen |
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BIM in der Praxis |
Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit (z.B. bim-t), automatisierte IFC-Prüfung, Datensicherheit. |
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Zukunftstrends (Hoch- & Infrastrukturbau) |
Industrieroboter in der Bauausführung, segmentierte Querschnitte, Einsparung von Material und CO₂. |
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Nachhaltigkeit & Ressourceneffizienz |
Optimierte Mörtelrezepturen, Kreislaufwirtschaft, Reduktion des CO₂-Fußabdrucks. |
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Baubetrieb & Baurecht |
Premiere der Session: Alternative Vertragsmodelle, ÖBV-Merkblatt „Allianzvertrag Infrastruktur“. |
KI-Keynote: Impulse aus dem Silicon Valley für die österreichische Baustelle
Ein inhaltliches Highlight liefert die Keynote von Sarah Buchner, Gründerin und CEO von Trunk Tools, die eigens aus dem Silicon Valley anreist. Sie zeigt praxisnah, wie Künstliche Intelligenz (KI) typische Probleme der Baupraxis adressiert – von Verzögerungen über Nacharbeiten bis hin zu fragmentierten Informationsflüssen.
Im Fokus ihrer Ausführungen steht die Frage, wie KI in komplexen, physischen Projektumgebungen funktioniert. Buchner macht deutlich, dass das Bauwesen eigene Ansätze benötigt und nicht einfach klassische Technologiemodelle übertragen kann. Ihr Ansatz: Entscheidungsrelevante Daten müssen zur richtigen Zeit bei den richtigen Akteuren verfügbar gemacht werden, um Prozesse zu beschleunigen und Verschwendung zu reduzieren.
Allianzverträge und der KOOP+ Award 2026
Ein zentrales Thema, das die Branche 2026 bewegt, ist die Abkehr von starren Festpreisverträgen hin zu kooperativen Modellen. Rechtzeitig zum Baukongress wurde das neue ÖBV-Merkblatt „Allianzvertrag Infrastruktur“ fertiggestellt. Unter der Leitung von Andreas Fromm und Christina Rebernik bietet es eine praxisorientierte, österreichspezifische Orientierung für Allianzverträge, basierend auf den Erfahrungen aus bereits umgesetzten Pilotprojekten.
Um diesen Trend zum gemeinschaftlichen Arbeiten zu stärken, verlieh die ÖBV den KOOP+ Award, der 2026 erstmals um Nachhaltigkeitskriterien erweitert wurde. Ausgezeichnet wurden die kooperativsten Teams im Hoch- und Infrastrukturbau:
- Kategorie Hochbau: Das Bauvorhaben „DC 2 Tower“. Das Siegerteam (S+B Group und PORR) überzeugte durch rasches Reagieren auf unerwartete Verzögerungen, verbesserte Arbeitssicherheit und effiziente Ressourcenschonung.
- Kategorie Infrastruktur: Das Projekt „S31 Talübergänge Sieggraben“. Es handelt sich um das erste ASFINAG-Projekt im Rahmen eines Allianzvertrags. Das Team (ASFINAG, SWIETELSKY, HABAU, HORN & Partner, ÖHLINGER & Partner, TECTON Baumanagement) punktete mit kurzen Transportwegen für Aushubmaterial und einem durchdachten Verkehrsplanungskonzept zur Stauvermeidung.
Expo als Innovationsplattform und Networking im Fokus
Mit 100 Ausstellern – die Flächen waren bereits neun Monate im Voraus ausgebucht – entwickelt sich die Expo erneut zum Innovationshub der Bauindustrie. Neben etablierten Unternehmen zeigen insbesondere junge Anbieter neue Produkte und digitale Anwendungen.
Neben dem Fachprogramm bleibt der persönliche Austausch ein zentrales Element. Der Abendevent direkt im Austria Center bietet Raum für intensives Networking in entspannter Atmosphäre. In der Lounge Area der Golden Sponsors (STRABAG, PORR, SWIETELSKY und HABAU GROUP) stehen Gespräche, neue Kontakte und informeller Wissenstransfer im Mittelpunkt.
Mit dem Baukongress 2026 positioniert sich die Branche einmal mehr als innovationsgetrieben und vernetzungsstark. Für Fachbesucher bietet sich damit in zwei Wochen eine komprimierte Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen, Technologien und Strategien aus erster Hand zu erleben.
Checkliste: So bereiten Sie sich optimal auf den Baukongress vor
- Baukongress-APP installieren: Nutzen Sie die „APP-TO-DATE“ der ÖBV zur individuellen Programmplanung und direkten Kontaktaufnahme mit Vortragenden.
- Sessions priorisieren: Analysieren Sie vorab, welche der 50 Fachvorträge für Ihr Unternehmen den größten Mehrwert bieten (z.B. BIM-Praxis oder Baurecht).
- Expo-Termine vereinbaren: Kontaktieren Sie relevante Aussteller (z.B. Anbieter von KI-Lösungen oder neuen Baustoffen) bereits im Vorfeld über die App.
- Networking-Ziele definieren: Überlegen Sie, welche Experten, potenziellen Partner oder Auftraggeber (z.B. ASFINAG, ÖBB) Sie beim Abendevent treffen möchten.
- Neue ÖBV-Merkblätter studieren: Werfen Sie vorab einen Blick auf das neue Merkblatt „Allianzvertrag Infrastruktur“, um bei den Diskussionen fundiert mitreden zu können.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Baukongress
Wann und wo findet der Baukongress 2026 statt? Der Baukongress 2026 findet am 23. und 24. April 2026 im Austria Center Vienna statt. Das Kongresszentrum im 22. Bezirk in Wien ist öffentlich direkt mit der U-Bahn Linie U1 erreichbar.
Wer veranstaltet den Baukongress? Veranstalter ist die Österreichische Bautechnik Vereinigung (ÖBV), die größte neutrale Plattform im österreichischen Bauwesen mit rund 350 Mitgliedsunternehmen.
Welche Kernthemen stehen 2026 im Fokus? Die zentralen Themen sind Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Digitalisierung (inklusive Künstlicher Intelligenz und BIM). Zudem gibt es neue Schwerpunkte im Bereich Tunnel- und Ingenieurbau sowie eine Premiere für Baubetrieb und Baurecht.
Was ist der KOOP+ Award? Der KOOP+ Award der ÖBV zeichnet die am besten kooperativ und nachhaltig abgewickelten Bauprojekte Österreichs in den Kategorien Hochbau und Infrastruktur aus. 2026 lag ein besonderer Fokus auf Nachhaltigkeitskriterien.
Wie kann ich mich über die Aussteller informieren? Die begleitende Fachausstellung umfasst 100 Aussteller. Informationen zu den Unternehmen und deren Innovationen sind vorab online sowie über die offizielle Baukongress-App abrufbar.
Quellen:
[1] Baublatt.at: Baukongress 2026: Alles neu in Wien. (Ursprünglicher Artikel)
[2] ÖBV: Nachbericht BAUKONGRESS 2026. (https://www.bautechnik.pro/download/Nachbericht_BAUKONGRESS_2026.pdf)
[3] Offizielle Website des Baukongress. (https://baukongress.at/)

