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Betonfertigteilbranche mit vorsichtigem Optimismus

Grafik Umsatzentwicklung

Die Betonfertigteilbranche Österreich hat 2025 ein weiteres herausforderndes Jahr bewältigt. Stagnierende bis rückläufige Umsätze, schwache Auftragslagen und unsichere Rahmenbedingungen prägten das Marktumfeld.

Laut aktuellem Konjunkturbarometer des Verband Österreichischer Betonfertigteilwerke (VÖB), durchgeführt vom Wiener Marktforschungsinstitut TQS im Jänner 2026, zeigt sich ein zweigeteiltes Bild im zweiten Halbjahr 2025. Rund die Hälfte der befragten Hersteller berichtet von gesunkenen Umsätzen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024. Die andere Hälfte verzeichnete stabile oder steigende Erlöse.

Umsatzsteigerungen resultierten jeweils zu einem Drittel aus neu gewonnenen Kunden sowie aus erweiterten Leistungs- und Produktportfolios. Betriebe mit rückläufigen Umsätzen führen dies vor allem auf die schwache Konjunktur und die geringe Auftragslage zurück.

Vorsichtiger Optimismus für 2026

Für das erste Halbjahr 2026 fällt die Einschätzung spürbar positiver aus als noch im Vorjahr. Über zwei Drittel der Unternehmen erwarten konstante Umsätze. Eine deutliche Mehrheit plant bis Ende 2026 keinen weiteren Personalabbau.

Differenziert zeigt sich die Situation bei Lehrlingen. Ein Drittel der Betriebe bietet keine Ausbildungsplätze an. Andere Unternehmen berichten hingegen von zu wenigen oder unzureichend qualifizierten Bewerbern.

Der vorsichtige Optimismus basiert vor allem auf ersten Erholungstendenzen im Wohnbau sowie auf der Innovationskraft der Branche. Viele Unternehmen haben interne Strukturen angepasst und ihre Prozesse optimiert.

Fertigteilbauweise als Wachstumstreiber

Als wesentliches Zukunftspotenzial gilt die Fertigteilbauweise im Hochbau. Rund 85 Prozent der befragten Mitgliedsbetriebe sehen hier Wachstumschancen. Höhere Vorfertigungsgrade ermöglichen kürzere Bauzeiten und mehr Kostensicherheit.

Zudem verbessert eine höhere Planungsqualität, etwa durch Building Information Modeling (BIM), die Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Kombination aus industrieller Produktion und digitaler Planung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.

VÖB-Präsident Michael Wardian, Geschäftsführer der Kirchdorfer Fertigteilholding GmbH, rechnet damit, dass sich die Branche 2026 auf niedrigem Niveau stabilisiert. Rund zwei Drittel der Mitgliedsbetriebe erwarten eine insgesamt ruhigere und berechenbarere Marktentwicklung.

www.voeb.com

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