Die Elektrifizierung der Baustofflogistik gewinnt spürbar an Tempo. Bei Knauf sind bereits heute mehrere Logistikpartner mit E-Lkw im Regelbetrieb unterwegs. Für Bauunternehmen und Baustellen in Österreich bedeutet das: weniger Emissionen, weniger Lärm – und erste praxistaugliche Lösungen für eine klimafreundliche Transportkette.
E-Lkw im täglichen Baustofftransport
Die Knauf GmbH baut ihre emissionsarme Logistik konsequent aus. Bereits heute setzt die Mehrheit der beauftragten Speditionen – darunter Inno Riedel, Spedition Huber und Schachinger Logistik – E-Lkw für Transporte ein. Damit verlagert sich ein wachsender Anteil der Baustofflogistik von Diesel- auf Elektroantriebe.
Ziel ist klar definiert: Bis 2030 soll rund die Hälfte der eingesetzten Lkw elektrisch unterwegs sein. Parallel dazu werden Bahntransporte stärker eingebunden, um die Transportkette insgesamt nachhaltiger aufzustellen. Der Ansatz kombiniert mehrere Technologien und reduziert so systematisch die CO₂-Emissionen.
„Dass heute bereits einige unserer beauftragten Speditionen E-Lkw für Knauf-Transporte einsetzen, ist ein starkes Signal für den Wandel in der Logistik“, erklärt Christoph Kaurzinek, Logistikleiter von Knauf. „Gemeinsam mit unseren Partnern treiben wir die Elektrifizierung unserer Transportkette konsequent voran.“
Intermodaler Transport als Schlüssel
Ein zentrales Praxisbeispiel ist der Naturgips-Transport von Tragöß zur Weiterverarbeitung nach Weißenbach. Hier setzt Knauf auf ein intermodales Konzept mit Bahn und E-Lkw. Diese Kombination bildet die Grundlage für die langfristige Logistikstrategie des Unternehmens.
Die Wirkung ist messbar. Laut Projektpartnern konnten die CO₂-Emissionen entlang der gesamten Transportkette um 84 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig profitieren Anrainer entlang der Strecke von geringerer Staub- und Lärmbelastung.
„Als wir vor mehr als zwei Jahren mit der Umsetzung dieses Logistikkonzepts begonnen haben, übernahmen wir eine Vorreiterrolle“, betont Hannes Pichler, Geschäftsführer von Inno Riedel. Das Konzept wurde zudem mit dem Mobilitätspreis 2024 in der Kategorie „Klimaverträglicher Güterverkehr und Logistik“ ausgezeichnet.
City-Logistik mit E-Kran-Lkw
Auch im urbanen Baustellenbetrieb kommen zunehmend elektrische Lösungen zum Einsatz. In Wien betreibt Schachinger seit rund eineinhalb Jahren einen E-Tridem-Lkw mit 35-Metertonnen-Kran für die City-Logistik.
Das Fahrzeug ermöglicht emissionsarme Anlieferungen im Hochtransportbereich – ein relevanter Faktor bei innerstädtischen Baustellen mit strengen Umweltauflagen. „Ein E-Tridem-Lkw mit 35-Metertonnen-Kran gab es in Österreich in dieser Form damals nicht“, erklärt Klaus Ahamer, Leiter Baulogistik bei Schachinger. „Gemeinsam mit Knauf ist es uns gelungen, dieses innovative Fahrzeug zu entwickeln.“
Aktuell sind mehrere E-Lkw dieses Logistikpartners für Knauf im Einsatz und decken unterschiedliche Anwendungen in der Baustellenversorgung ab.
Infrastruktur wird zum Engpassfaktor
Neben Fahrzeugen gewinnt die Energieversorgung zunehmend an Bedeutung. Die Spedition Huber baut daher nicht nur ihre E-Lkw-Flotte aus, sondern investiert parallel in eigene Stromerzeugung und Speicherlösungen.
Geplant ist eine Photovoltaikanlage mit rund 1,75 MWp sowie ein Energiespeicher mit etwa 1 MWh Kapazität. Ziel ist eine höhere Eigenstromnutzung und eine stabile Energieversorgung für den wachsenden Bedarf der E-Flotte.
„Wir planen, unsere E-Lkw-Flotte in den kommenden Jahren weiter auszubauen und dabei auch Fahrzeuge wie Abroll- und Absetzkipper zu elektrifizieren“, erklärt Geschäftsführer Dr. Johann Huber. „Gleichzeitig investieren wir in eine leistungsfähige Energieinfrastruktur.“
Transformation mit klarer Zielsetzung
Für Knauf ist die Logistik ein zentraler Hebel der Unternehmensstrategie. Die Elektrifizierung der Transportkette, kombiniert mit intermodalen Lösungen, soll die Baustofflogistik langfristig effizienter und emissionsärmer machen.
Der aktuelle Einsatz von E-Lkw im Regelbetrieb zeigt, dass die Technologie im Baustellenalltag angekommen ist. Entscheidend bleibt nun die Skalierung – sowohl bei Fahrzeugen als auch bei Ladeinfrastruktur und Energieversorgung entlang der gesamten Lieferkette.
Bild oben v.l.n.r.: Marco Mitterböck, Kommunikationsmanager der Innocube GmbH, DI Dr. Julia Heißenberger, Prokuristin von Silo Riedel, Prok. Herbert Moser von Knauf, Dr. Johann Huber, Geschäftsführer der Spedition Huber, Christoph Kaurzinek, Logistikleiter von Knauf und Klaus Ahamer, Leiter Baulogistik bei Schachinger, setzen auf E-Mobilität. Foto: Thomas Sattler

