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Schneller Leitungsrückbau mit Drehtechnik

Holp Stemmhammer Stemmhammer

Beim Ausbau alter Trinkwasserleitungen zählt jeder Handgriff. In Wiesmoor zeigt ein Praxisprojekt, wie sich mit drehbarem Hydraulikhammer und Drehantrieb die Rückbauleistung deutlich steigern lässt. Für Tiefbauunternehmen bedeutet das weniger Handarbeit und kürzere Bauzeiten – selbst unter engen Leitungsbeständen.

Präziser Rückbau im Leitungsdschungel

Die K&G Straßentiefbau aus Uplengen arbeitet aktuell an einem anspruchsvollen Projekt im ostfriesischen Wiesmoor. Über eine Strecke von mehr als 2,5 Kilometern werden alte Gussrohrleitungen entfernt, die mit Blei, Teer und weiteren Stoffen belastet sind. Die neue Trinkwasserleitung ist bereits seit zwei Jahren in Betrieb, nun erfolgt der vollständige Rückbau der Altleitung.

Die Herausforderung liegt im Bestand. „Aktuell entfernen wir hier über 2,5 Kilometer an alten Leitungen, die in der Hauptdurchgangsstraße der Stadt liegen. Dafür müssen wir zwischen vielen bestehenden Leitungen und Kabeln arbeiten, manchmal liegen dort bis zu 25 Leitungen oberhalb der alten Wasserleitung“, beschreibt Geschäftsführer Frank Görtemaker die Situation auf der Baustelle.

Hydraulikhammer muss exakt positioniert werden

Für den Rückbau werden die alten Gussleitungen mit einem Hydraulikhammer aufgestemmt. Zum Einsatz kommt ein Flachmeißel, mit dem die Leitung in transportierbare Stücke zerlegt wird. Entscheidend ist dabei die exakte Positionierung des Hammers im Rohrgraben, um angrenzende Leitungen nicht zu beschädigen.

Nach dem ersten Bauabschnitt über rund einen Kilometer zeigte sich jedoch Optimierungsbedarf. Ohne Drehfunktion ließ sich der Hammer nur eingeschränkt ausrichten. Entsprechend klein waren die entnehmbaren Rohrstücke, und der Bagger musste häufig umgesetzt werden.

RotoTop bringt Flexibilität in den Rohrgraben

Die Lösung kam mit dem Einsatz eines Drehantriebs. Auf dem Kompaktbagger Bobcat E27Z wurde ein RotoTop installiert, der den Hydraulikhammer endlos drehbar macht. Damit lässt sich der Meißel jederzeit optimal ansetzen, unabhängig von der Position des Baggers.

„Die allermeisten Arbeiten kann man meiner Ansicht nach mit reiner Rotation des RotoTop umsetzen, so passte das auch bei diesem Einsatz“, erklärt Andreas Heine von der Werner Seemann GmbH & Co. KG, die das System geliefert hat.

In der Praxis zeigt sich der Effekt deutlich. Statt kleiner Abschnitte können nun Rohrstücke mit Längen zwischen zwei und sechs Metern entnommen werden. Der Bagger steht dabei seitlich zum Graben und wird über das Schild leicht angehoben, um den Hammer exakt auszurichten.

Deutliche Zeitersparnis im Betrieb

Die Auswirkungen auf den Bauablauf sind spürbar. „Beim Stemmen geht das jetzt so gut, dass aus einer halben Stunde zum Wegstemmen inzwischen oft nur noch 10 Minuten pro Stemmvorgang geworden sind“, berichtet Görtemaker. Gleichzeitig reduziert sich der manuelle Aufwand, da Kabel seltener von Hand freigelegt oder zur Seite gezogen werden müssen.

Auch beim Materialumschlag bringt die Drehfunktion Vorteile. Der moorige Boden unter der Leitung wird mit dem Löffel aufgenommen, auf einen Dreiachser verladen und anschließend durch Füllsand ersetzt. Durch die Rotation kann der Löffel über die Bordwand geführt und gezielt entleert werden – selbst mit einem 2,7-Tonnen-Bagger.

Weniger Handarbeit, mehr Leistung

Für den Betrieb ergibt sich daraus eine klare Bilanz. „Das Gerät ist top und funktioniert genauso, wie man uns das in der Beratung gesagt hat. Meine Leute und ich sind definitiv sehr zufrieden, da wir sehr flexibel in alle Richtungen arbeiten können und seltener von Hand eingreifen müssen“, fasst Görtemaker zusammen.

Der Einsatz von drehbaren Anbaugeräten zeigt damit konkret, wie sich Rückbauarbeiten im Leitungsbestand effizienter gestalten lassen. Gerade bei komplexen innerstädtischen Projekten mit vielen Bestandsleitungen wird die Kombination aus Präzision und Flexibilität zum entscheidenden Produktivitätsfaktor.

www.holp.eu

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