Auf der InnoTrans 2026 zeigt Liebherr erstmals den neuen Zweiwegebagger RE 22 M Litronic. Die Maschine positioniert sich in der 22-Tonnen-Klasse und kombiniert bewährte Komponenten mit einem neu entwickelten Unterwagen und einer komplett überarbeiteten Kabine. Damit zielt Liebherr klar auf leistungsintensive Einsätze im Gleisbau, bei denen Flexibilität zwischen Straße und Schiene entscheidend ist.
Premiere für die 22-Tonnen-Klasse
Mit dem RE 22 M erweitert Liebherr sein Portfolio um ein Modell mit einem Einsatzgewicht von 22 bis 25,7 Tonnen. Der Zweiwegebagger tritt die Nachfolge von A 922 Rail und A 924 Rail an und übernimmt zentrale Komponenten, darunter den 120-kW-Motor sowie das bewährte Hydrauliksystem.
Seit 1967 entwickelt Liebherr Zweiwegebagger und gilt als OEM-Weltmarktführer in diesem Segment. Entsprechend hoch ist der Anspruch an die neue Generation: hohe Leistungsfähigkeit, kombiniert mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten auf der Schiene und im Straßenbetrieb.
Innovatives Unterwagenkonzept für mehr Flexibilität
Im Fokus der Neuentwicklung steht der Unterwagen der Generation 8. Besonders das zum Patent angemeldete Schienenfahrwerk bringt neue Einsatzoptionen in den Gleisbau.
Der RE 22 M kann sowohl im ausgehobenen Zustand auf Schienen fahren als auch abgesenkt mit der Straßenbereifung direkt auf der Schiene arbeiten. Diese Kombination ermöglicht es, je nach Einsatzsituation zwischen maximaler Traktion und infrastrukturschonendem Betrieb zu wechseln.
Die neu konzipierte Lagerung und Pendelung des Fahrwerks sorgt dabei für Stabilität im Arbeitseinsatz und für optimale Traktion während der Fahrt. Mit einer Zugkraft von 50 kN erreicht die Maschine – abhängig von der Zulassung – bis zu 40 km/h, im Schleppbetrieb sogar bis zu 60 km/h.
Optional steht eine mittig angeordnete Zwei-Punkt-Abstützung zur Verfügung. Sie erhöht die Traglast, ohne die Maschinenbreite wesentlich zu vergrößern. Dadurch bleibt der Einsatz auch auf engen Baustellen oder im Gleisbereich mit begrenztem Raumprofil möglich.
Wartungsfreundlicher Oberwagen und neue Kabine
Der Oberwagen orientiert sich konstruktiv am A 922 Rail und setzt auf bewährte Wartungszugänglichkeit. Zentrale Servicepunkte sind vom Boden aus erreichbar, was Stillstandszeiten reduziert und die tägliche Wartung vereinfacht. Unterschiedliche Ballastvarianten ermöglichen eine Anpassung an spezifische Einsatzanforderungen.
Deutlich weiterentwickelt wurde die Fahrerkabine. Die neue Doppelkabine mit Lotsensitz verbessert den Arbeitskomfort und die Ergonomie. Serienmäßig ist ein Comfort-Sitz verbaut.
Ein wesentlicher Schritt ist die Einführung des Bedienkonzepts INTUSI. Das bisherige Bedienpult entfällt, alle Funktionen werden in das zentrale Display integriert. Dadurch bleibt das Sichtfeld frei – ein klarer Vorteil bei präzisen Arbeiten im Gleisbereich.
Hydrauliksystem für anspruchsvolle Anbaugeräte
Die Leistungsfähigkeit im Einsatz wird maßgeblich durch das Hydrauliksystem bestimmt. Liebherr setzt hier auf eine Verstelldoppelpumpe mit unabhängigen Regelkreisen und einer Fördermenge von 2 x 220 l/min.
Das ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb von Arbeitsbewegungen und leistungsstarken hydraulischen Anbauwerkzeugen ohne Einschränkungen. Zusätzlich steht ein zweiter Hochdruckkreis zur Verfügung, über den bis zu drei Funktionen bei Spezialanbaugeräten direkt angesteuert werden können.
Gerade im Gleisbau, wo häufig komplexe Anbaugeräte wie Stopfaggregate oder Greifer eingesetzt werden, bietet diese Auslegung klare Vorteile in Produktivität und Präzision.
Bild: Der neue Liebherr-Zweiwegebagger RE 22 M Litronic verfügt über einen 120 kW starken Motor und ist für anspruchsvolle Gleisbauarbeiten ausgelegt. Foto: Liebherr

