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VDMA: Baumaschinen 2026 im Aufwind?

VDMA Pressekonferenz Podium

Die VDMA-Fachgruppe Baumaschinen sieht zum Jahresbeginn 2026 ein gemischtes Bild für die Baumaschinenindustrie. Zwar entwickelt sich der Auftragseingang deutlich positiv, doch Umsatz, Margen und politische Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd.

Auftragseingang steigt deutlich

Zum Jahresende 2025 zog der Auftragseingang spürbar an. Insgesamt lagen die Bestellungen im Zeitraum Januar bis Dezember 2025 um 18 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Beim Umsatz zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Preisbereinigt verzeichnete die Branche 2025 ein leichtes Minus von 1 Prozent. Damit blieb der Umsatz knapp unter dem Niveau von 2024.

Für das laufende Jahr 2026 erwarten die Baumaschinenhersteller ein nominales Umsatzplus von 5 Prozent. Diese Entwicklung bedeutet jedoch lediglich eine moderate Erholung. Zum Vergleich: 2024 war der Umsatz gegenüber 2023 um 21 Prozent eingebrochen, bevor sich der Markt 2025 stabilisierte.

Infrastrukturprogramme stützen die Nachfrage

Auf der Jahresversammlung der VDMA-Fachgruppe Baumaschinen am 30. Januar 2026 in Frankfurt überwog grundsätzlich eine vorsichtig optimistische Stimmung. Treiber sind insbesondere die angekündigten Infrastrukturinvestitionen in Höhe von 500 Milliarden Euro im öffentlichen Bau. Dadurch ziehen die Aufträge im Infrastrukturbereich spürbar an.
Gleichzeitig bleibt die politische und wirtschaftliche Lage unsicher. Viele Hersteller bewerten das Marktumfeld trotz steigender Auftragseingänge weiterhin als angespannt.

Überregulierung und unfairer Wettbewerb

Ein zentrales Thema bleibt die Überregulierung in Europa. Hinzu kommt wachsender Wettbewerbsdruck durch Billigimporte aus China. Aufgrund erheblicher Überkapazitäten gelangen zunehmend preisgünstige Maschinen auf den europäischen Markt.
Parallel sorgen die Unberechenbarkeit der US-Administration und massiv ausgeweitete Stahlzölle für zusätzliche Belastungen. Die europäischen Baumaschinenexporte in die Vereinigten Staaten gingen 2025 um fast 30 Prozent zurück.

Franz-Josef Paus, Vorsitzender der Fachgruppe Baumaschinen, richtet einen deutlichen Appell an Berlin und Brüssel. Der Regulierungsdschungel sei für die Branche nicht mehr tragbar. Nach dem Exportrückgang in die USA sei Europa der wichtigste Absatzmarkt. Gleichzeitig führe die Kombination aus hoher Bürokratie und unkontrollierten Importen aus China zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung.

Schwache Ertragslage begrenzt Investitionen

Auch Joachim Strobel, Vorsitzender des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen, mahnt strukturelle Reformen an. Zwar sei das konjunkturelle Tal durchschritten und der Auftragseingang ziehe an. Allerdings lasse die schwache Ertragslage nur begrenzten Spielraum für notwendige Investitionen.
Die Branche bekenne sich klar zum Standort Europa und übernehme Verantwortung. Nun sei die Politik gefordert, bestehende Strukturprobleme konsequent anzugehen.

Fazit: Positive Zahlen, schwieriges Umfeld

Die Baumaschinenindustrie startet 2026 mit besseren Auftragszahlen, jedoch unter weiterhin komplexen Rahmenbedingungen. Steigende Infrastrukturinvestitionen bieten Chancen. Gleichzeitig bremsen Regulierung, Handelskonflikte und Wettbewerbsdruck die nachhaltige Erholung.

Foto: VDMA

www.vdma.eu

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