Die Bau- und Recyclingwirtschaft steht vor neuen Spielregeln. Am 4. November 2026 bringt die BRV-Jahrestagung in Wien zentrale Akteure aus Baupraxis, Behörden und Forschung zusammen – mit klaren Schwerpunkten auf Kreislaufwirtschaft, neue Verordnungen und konkrete Auswirkungen auf Baustellen und Aufbereitung.
Neue Regeln für Rückbau und Recycling
Im Fokus der Tagung stehen bevorstehende gesetzliche Änderungen, die direkt in die Praxis von Bau- und Recyclingunternehmen eingreifen. Fachleute des Bundesministeriums informieren über die Novelle der Deponieverordnung sowie die neue Aushubverordnung. Beide Regelwerke werden künftig maßgeblich bestimmen, wie Materialien auf Baustellen getrennt, analysiert und weiterverwertet werden.

Damit steigen die Anforderungen an Dokumentation, Probenahme und Nachweisführung. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten für den Einsatz von Recyclingbaustoffen, etwa durch klarere Qualitätsvorgaben und definierte Einsatzbereiche.
Kreislaufwirtschaft als Planungsfaktor
Die Tagung spannt den Bogen von Ressourcenverbrauch über Klimaschutz bis hin zu konkreten Anforderungen an Bauprojekte. In ihrer Keynote „Ressourcen neu denken“ beleuchtet Alexandra Strickler von GLOBAL 2000 die Rolle der Bauwirtschaft im Kontext der Kreislaufwirtschaft.
Dabei wird deutlich, dass Rückbau, Wiederverwendung und Recycling bereits in der Planung berücksichtigt werden müssen. Themen wie Re-use-Konzepte und Rückbauaudits gewinnen an Bedeutung und verändern Abläufe entlang der gesamten Baukette – von der Ausschreibung bis zur Verwertung.
Praxis: Mineralwolle, Re-use und EU-Vorgaben
Neben nationalen Regelungen werden auch europäische Entwicklungen im Rückbau und Recycling behandelt. Diskutiert werden neue Normungsvorhaben sowie innovative Ansätze, etwa im Mineralwolle-Recycling.
Gerade hier zeigt sich der steigende Druck auf die Branche, Lösungen für bislang schwer verwertbare Materialien zu entwickeln. Parallel dazu rücken Re-use-Konzepte stärker in den Fokus, bei denen Bauteile direkt wiederverwendet werden, statt sie zu recyceln.
Asbest bleibt Herausforderung
Ein zentrales Thema am Nachmittag ist der Umgang mit Asbest in Abfällen und Aushubmaterialien. Neue Normen zur Probenahme und Analyse sowie geogen bedingte Asbestvorkommen in Gesteinskörnungen stellen Bauunternehmen und Recyclingbetriebe vor zusätzliche Herausforderungen.
Die Diskussion reicht von technischen Anforderungen bis hin zu praktischen Fragen der Umsetzung auf der Baustelle. Eine abschließende Podiumsdiskussion greift diese Punkte auf und bewertet die Auswirkungen auf den Arbeitsalltag.
Austausch als Schlüssel für Umsetzung
Für den Österreichischen Baustoff-Recycling Verband ist der intensive Austausch zwischen den Beteiligten entscheidend. „Die Bau- und Recyclingwirtschaft befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Neue gesetzliche Vorgaben und steigende Anforderungen erfordern innovative Lösungen und einen intensiven Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft“, betont BRV-Geschäftsführer Tristan A. Tallafuss.
Die BRV-Jahrestagung gilt als zentrale Plattform für Fachinformationen und Vernetzung. Sie richtet sich an Bauunternehmen, Rückbau- und Recyclingbetriebe sowie Planer und Entscheidungsträger, die sich frühzeitig auf neue Rahmenbedingungen einstellen müssen.
BRV-Jahrestagung 2026: Perspektiven für die Bau- und Recyclingwirtschaft Datum: 4. November 2026 Ort: roomz hotel & conference center vienna prater, Rothschildplatz 2, 1020 Wien
Fotos: BRV

