Vier KTEG P-Line Systeme und ein neuer Hitachi ZX300-7 erweitern den Maschinenpark eines deutschen Bauunternehmens. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur neue Bagger, sondern vor allem ein System aus vollhydraulischem Schnellwechsler, endlos drehbaren Anbaugeräten und abgestimmter Maschinentechnik. Die Lösung von KTEG und Kiesel soll Arbeitsabläufe verkürzen, körperliche Belastungen reduzieren und die Sicherheit auf der Baustelle verbessern.

Die vier KTEG Multi-Tool-Carrier wurden Ende Juni an die Harald Klein GmbH in Grünkraut bei Ravensburg übergeben. Das Unternehmen setzt die Maschinen bereits im Glasfaserausbau und bei Hausanschlüssen ein. Besonders das Zusammenspiel von Bagger, Schnellwechsler und Anbaugerät soll zusätzliche Arbeitsschritte überflüssig machen.
KTEG P-Line: Schnellwechsler mit Rotation
Das KTEG P-Line System kombiniert eine abgestimmte Basismaschine mit einem Multi-Tool-Carrier, Assistenzlösungen, einem vollhydraulischen Schnellwechselsystem mit Rotation und passenden 360-Grad-Anbaugeräten. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt und sollen einen schnellen Wechsel zwischen unterschiedlichen Arbeiten ermöglichen.
Der vollhydraulische Schnellwechsler ermöglicht das Kuppeln eines Anbaugeräts laut Hersteller innerhalb von zehn Sekunden. Dadurch lassen sich Stillstandszeiten beim Werkzeugwechsel reduzieren. Zugleich soll das System das Risiko von Beschädigungen an Maschine und Anbaugerät verringern.
Eine zentrale Rolle spielt der integrierte Rotator mit KTEG OQR. Im Unterschied zu konventionellen Lösungen lassen sich die Anbaugeräte damit endlos in alle Richtungen drehen. Das erweitert den Arbeitsbereich und erleichtert präzise Bewegungen, insbesondere bei beengten Platzverhältnissen oder schwer zugänglichen Einsatzorten.
Nach Herstellerangaben deckt das System rund 80 Prozent der typischen Arbeiten ab. Dazu zählen unterschiedliche Aufgaben im Erd- und Tiefbau, bei denen häufig zwischen mehreren Werkzeugen gewechselt werden muss.
Mehr Einsatzmöglichkeiten mit 360-Grad-Anbaugeräten
Der Rotator ist nicht nur für die Beweglichkeit des Anbaugeräts entscheidend. Er ermöglicht auch eine kompakte Bauweise ohne zusätzliche Hydraulik. Laut KTEG ist der OQR leichter als ein Tiltrotator oder Tilt-Wechsler. Gleichzeitig soll er eine höhere Nutzlast und eine hohe Standsicherheit bieten.
Auch bei schweren Anbaugeräten bleibt das System vielseitig einsetzbar. Dazu gehören beispielsweise Hydraulikhämmer, Anbauverdichter und Fräsen. Der schnelle Werkzeugwechsel ermöglicht es, unterschiedliche Arbeitsschritte mit derselben Maschine auszuführen, ohne dafür zusätzliche Geräte bereitstellen zu müssen.
Besonders interessant ist der Stahlplattenmanipulator. Mit diesem Anbaugerät lassen sich Stahlplatten direkt mit dem Bagger handhaben und positionieren. „Was früher nur mit einem Stapler, aufwändiger Kettenmontage und einer weiteren Person möglich war, erledigt damit der Fahrer jetzt ganz allein – noch dazu schneller und ohne Unfallrisiko“, erklärt Harald Klein.

Das Beispiel verdeutlicht den praktischen Ansatz des Systems: Weniger manuelle Handgriffe und weniger beteiligte Personen können Arbeitsabläufe vereinfachen. Gleichzeitig sinkt der Aufwand für das Anschlagen und Umsetzen von Material.
Kiesel und KTEG setzen auf abgestimmte Technik
Das P-Line System wurde von KTEG in Zusammenarbeit mit einem Partnernetzwerk entwickelt. Kiesel bringt seine Kompetenz als Baumaschinenhändler und Systemanbieter ein und unterstützt die Abstimmung von Trägergerät, Schnellwechsler und Anbauwerkzeugen. Für Bauunternehmen liegt der Vorteil vor allem darin, dass die einzelnen Komponenten nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Maschinenleistung, Werkzeugwechsel, Rotationsfunktion und Anbaugeräten.
Bei wechselnden Aufgaben kann ein Multi-Tool-Carrier mehrere Funktionen übernehmen. Das ist insbesondere im Leitungsbau und bei Hausanschlüssen interessant, wo auf engem Raum unterschiedliche Arbeitsschritte aufeinanderfolgen. Die Maschine kann beispielsweise für Aushubarbeiten, Verdichtung oder weitere Aufgaben mit dem jeweils passenden Werkzeug ausgestattet werden.
Die vier neuen P-Line Systeme bei der Harald Klein GmbH sind bereits im Glasfaserausbau und im Hausanschlussbereich im Einsatz. Das Unternehmen setzt damit auf eine Technik, die neben der Produktivität auch die körperliche Belastung der Mitarbeitenden reduzieren soll.
Fahrerschulung als Teil des Maschinenkonzepts
Damit die technischen Möglichkeiten im Baustellenalltag ausgeschöpft werden, setzt Harald Klein zusätzlich auf gezielte Schulungen. Unter dem Namen „Harry’s Baggerschule“ steht den Mitarbeitenden ein KTEG Multi-Tool-Carrier mit vollständiger Ausrüstung für Trainings und private Projekte zur Verfügung. Die Fahrer können sich so mit den unterschiedlichen Anbaugeräten vertraut machen und deren Einsatzmöglichkeiten ausprobieren. Gerade bei einem System mit zahlreichen Werkzeugen und Rotationsfunktionen ist die sichere Bedienung ein wichtiger Faktor für effiziente Arbeitsabläufe.
Neben den vier P-Line Systemen wurde auch ein Hitachi ZX300-7 übergeben, der aktuell die größte Maschine im Fuhrpark des Unternehmens ist. Die Übergabe fand im Rahmen einer Veranstaltung mit rund 60 Gästen statt. Dazu gehörten Mitarbeitende sowie Vertreter von KTEG, Kiesel und dem regionalen Partner Brielmaier.
Für die weitere Entwicklung des Maschinenparks ist die Richtung bereits vorgegeben. Harald Klein kündigte an, künftig in zusätzliche KTEG P-Line Systeme und insbesondere weitere Anbaugeräte investieren zu wollen.
Das Beispiel zeigt, worauf es bei modernen Baggerkonzepten zunehmend ankommt: Nicht allein die Größe oder Leistung der Maschine entscheidet über die Produktivität, sondern auch die Flexibilität des Anbaugerätsystems, kurze Wechselzeiten und die sichere Bedienung im täglichen Einsatz.
