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Porr Spezialtiefbau: Präzision bis 7 Meter Tiefe

Porr RFW Forbach Spezialtiefbau 03

Die Arbeiten am Rudolf-Fettweis-Werk (RFW) im baden-württembergischen Forbach schreiten planmäßig voran. Nach dem erfolgreichen Durchschlag des Hauptstollens Mitte September durch den Porr Tunnelbau konzentrieren sich die Arbeiten nun auf das Auslaufbauwerk an der Wehranlage Niederdruckwehr. Parallel dazu realisiert der Porr Spezialtiefbau eine anspruchsvolle Baugrube, die eine neue Verbindung zwischen dem bestehenden Ausgleichsbecken und dem unterirdischen Kavernenwasserspeicher ermöglicht.

Auslaufbauwerk als zentrales Verbindungselement

Das neue Auslaufbauwerk bildet künftig eine zentrale Schnittstelle im umgebauten Wasserkraftsystem. Es verbindet das Ausgleichsbecken mit dem Kavernenwasserspeicher und wird mit einem Dammtafelverschluss sowie einer Rechenreinigungsanlage ausgestattet. Damit erfüllt es sowohl hydraulische als auch betriebliche Anforderungen für den späteren Pumpspeicherbetrieb.

Präzise Baugrubensicherung im Spezialtiefbau

Die vorbereitenden Arbeiten begannen bereits im August mit der Herstellung einer Voreinschnittswand für den späteren Durchschlag des Hauptstollens in Richtung Ausgleichsbecken. Direkt davor entsteht nun eine rund 7 Meter tiefe Baugrube, die der Porr Spezialtiefbau realisiert.

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7 Meter tief: Spezialtiefbau schafft Raum für die Energiewende. Fotos: Porr

Zur Sicherung kommt eine überschnittene Bohrpfahlwand mit einem Durchmesser von 120 Zentimetern zum Einsatz. Die Baugrube wird mit 28 temporären Litzenankern sowie vier Dauerankern rückverankert. Die bis zu 14 Meter langen Bohrpfähle werden mithilfe einer leistungsstarken Drehbohranlage eingebracht. Für höchste Maßgenauigkeit sorgt eine eigens gefertigte Bohrschablone, die eine exakte Positionierung der Pfähle gewährleistet.

Kurze Wege sichern Effizienz und Qualität

Ein besonderer Fokus liegt auf Effizienz und Nachhaltigkeit. „Der Transportbeton wird im eigenen Mischwerk hergestellt – kurze Wege, weniger Emissionen, maximale Effizienz“, erklärt Maximilian Mohn, Bauleiter bei Porr. Zur Qualitätssicherung wird der Frischbeton kontinuierlich geprüft, zusätzlich werden Betonwürfel zur Überprüfung der Druckfestigkeit getestet. So wird sichergestellt, dass die hohen Anforderungen an Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit erfüllt werden.

Großprojekt für die Energiewende

Mit dem Umbau des historischen Wasserkraftwerks Forbach zu einem modernen Pumpspeicherkraftwerk setzt Porr im Auftrag der EnBW ein klares Zeichen für die Energiewende. Pumpspeicherkraftwerke spielen eine Schlüsselrolle bei der Integration erneuerbarer Energien, da sie überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf kurzfristig wieder ins Netz einspeisen können.

Porr verantwortet dabei Los 2 „Baugewerke“, das unter anderem den bergmännischen Vortrieb für Kavernen und Stollen, den Rohbau der Kraftwerkskaverne, zwei Druckschächte sowie umfangreiche Spezialtiefbauarbeiten umfasst.

Dimensionen des Bauvorhabens

Bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2027 werden rund 450.000 Kubikmeter Felsmaterial gesprengt und ausgebrochen. Die Arbeiten am Rudolf-Fettweis-Werk zählen damit zu den technisch anspruchsvollsten Infrastrukturprojekten im Bereich Wasserkraft und Energiespeicherung in Deutschland.

www.porr.at

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