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Akkurate Sortierung optimiert Recycling

BRT-Anlage

Die Qualität entscheidet: Im Baustoffrecycling rückt die präzise Trennung mineralischer Stoffströme ins Zentrum. Was früher als nachgelagerter Schritt galt, entwickelt sich zum Hebel für marktfähige Sekundärrohstoffe. Ein Praxisbeispiel aus der Schweiz zeigt, wie sensorgestützte Sortierung den Unterschied macht – und warum sie für die Kreislaufwirtschaft zunehmend unverzichtbar wird.

Sensorik hebt Qualität auf neues Niveau

Bau- und Abbruchabfälle sind der größte Abfallstrom Europas – und zugleich eine bislang unzureichend genutzte Rohstoffquelle. Zwar gehören Brechen, Sieben und Waschen heute zum Standard jeder Aufbereitungsanlage. Den entscheidenden Qualitätssprung liefert jedoch erst die optische Sortierung. Sie trennt mineralische Fraktionen präzise und schafft die Voraussetzung für konstante, normnahe Produkte.

Bei der BRT Baustoff Recycling Thurgau AG kommt diese Technologie konsequent zum Einsatz. Das Unternehmen verarbeitet vor allem Aushubmaterial, das chemisch belastet oder mit Bauschutt vermischt ist. „Wir bearbeiten vor allem Aushubmaterial, welches chemisch verschmutzt oder mit Bauschutt vermischt ist“, erklärt Geschäftsführer Martin Feldmann. Dennoch gelingt es, rund 75 Prozent des Materials wieder als Sand und Kies in den Stoffkreislauf zurückzuführen.

Clarity-Anlagen als Schlüssel im Prozess

Der Weg zur hohen Rückführungsquote beginnt bereits bei der Annahme. Je nach Herkunft und Belastung wird das Material klassifiziert, in definierten Lagern homogenisiert und anschließend der nassmechanischen Aufbereitung zugeführt. Nach dem Waschen, Brechen und Klassieren folgt der entscheidende Schritt: die Sortierung mit Clarity-Anlagen von Binder+Co.

Die Systeme arbeiten mit hochauflösender Kameratechnik und intelligenter Bildauswertung. Selbst minimale Farbunterschiede und Materialmerkmale werden erkannt. „Vor allem dank der optischen Sortierung können wir heute das aufbereitete Material als Primärkies wieder in Umlauf bringen“, betont Feldmann. Ziegelbruch wird zuverlässig vom Kies getrennt, Fremdstoffe werden ausgeschleust, die Produktreinheit steigt signifikant.

Clarity-Sortieranlage
Die Clarity-Sortieranlagen von Binder+Co übernehmen bei BRT den entscheidenden Qualitätsschritt: Mithilfe hochauflösender Kameras und intelligenter Bildauswertung werden wertvolle mineralische Bestandteile präzise von Fremdstoffen getrennt.

Der Effekt zeigt sich unmittelbar in der Verwertung: Der Großteil des sortierten Materials fließt direkt in die Betonproduktion eines angrenzenden Werks. Nur geringe Mengen werden separat vermarktet. Auch der ausgeschleuste Ziegelbruch findet Anwendungen, etwa in Dachsubstraten oder unnormierten Betonen. Entscheidend bleibt die Reinheit – sie bestimmt die Marktfähigkeit.

Strenge Vorgaben treiben Innovation

Die Schweiz gilt als Vorreiter bei der Regulierung von Bauabfällen. Die VVEA unterscheidet fünf Belastungsstufen für Aushub- und Ausbruchmaterial. Anlagenbetreiber müssen entsprechend differenziert aufbereiten. In diesem Umfeld hat sich die BRT AG mit ihrer seit 2023 betriebenen Anlage positioniert.

„Nun geht jede bei uns aufbereitete Tonne nicht mehr auf die Deponie, sondern wird wieder in den Baustoffmarkt zurückgeführt“, sagt Feldmann. Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Verbundmaterialien und strengere Qualitätsvorgaben erfordern leistungsfähigere Verfahren. Die Branche steht damit vor einem Technologiesprung.

KI erweitert die Möglichkeiten

Aktuell erfolgt die Sortierung überwiegend farbbasiert. Mit KI-Unterstützung wird künftig auch die Trennung visuell ähnlicher Materialien möglich – etwa von schwarzem Kies gegenüber Asphalt oder Schlacke. „Wir sind sehr interessiert am neuesten KI-Upgrade, um die restliche Verschmutzung in Form von Schlacke und Belag entnehmen zu können“, so Feldmann. Gleichzeitig soll die Performance der übrigen Fraktionen weiter steigen.

KI-Sortierung Asphalt
Wo klassische optische Verfahren an Grenzen stoßen, eröffnet künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten. Das KI-Upgrade der Clarity-Technologie soll künftig auch die Trennung von schwarzem Asphalt und schwarzem Kies ermöglichen.

Auch aus Herstellersicht ist die Richtung klar. „Brechen, Sieben und Waschen sind heute Stand der Technik. Erst durch die Sortierung wird jedoch eine optimale und durchgängige Verwertung der mineralischen Baustoffe möglich“, erklärt Manfred Berghofer von Binder+Co. Angesichts knapper werdender Primärrohstoffe, steigender Deponiekosten und strengerer Vorgaben werde die Sortierung zur Schlüsseltechnologie.

Binder Siebmaschine
Verschiedene weitere Aufbereitungsmaschinen von Binder+Co – wie Siebmaschinen und Förderanlagen – unterstützen bei BRT den Weg vom Bauabfall zum Recyclingbaustoff von der Materialtrennung bis zur Herstellung hochwertiger mineralischer Fraktionen.

Berghofer erwartet zudem eine Verschärfung der EU-Regeln – orientiert an den Schweizer Standards. Unternehmen, die bereits heute in präzise Sortierung investieren, verschaffen sich damit einen strategischen Vorteil. „Erst die präzise Trennung der Materialien schafft jene Qualität, die aus Bauschutt wieder einen gefragten Rohstoff macht.“

Die Entwicklung ist eindeutig: Sortierung wird vom Prozessschritt zum Werttreiber. Projekte wie jenes in Thurgau zeigen, dass hochwertige Sekundärrohstoffe bereits heute im industriellen Maßstab erzeugt werden können – vorausgesetzt, die Technologie stimmt.

Fotos: Binder+Co, BRT

www.binder-co.com
www.brtag.ch

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