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Brückensanierung bei laufendem Betrieb

01 Peri Instandsetzung Bara Brücke

Im Industriepark Wiesbaden wird derzeit eine außergewöhnliche Brückensanierung umgesetzt. Die 235 Meter lange BARA-Brücke, die den Industriepark mit der Rheininsel Petersaue verbindet, wird instand gesetzt, ohne ihre Funktion als Industrie-, Rohr- und Verkehrsbrücke einzuschränken. Zwei fahrbare Hängegerüste erschließen abschnittsweise die Brückenunterseite und ermöglichen eine effiziente Sanierung bei laufender Nutzung.

Industriebrücke mit besonderer Baugeschichte

Die BARA-Brücke ist ein zentraler Bestandteil der Versorgungssicherheit der angeschlossenen Industriebetriebe und dient zugleich als Verbindung zur Biologischen Abwasserreinigungsanlage auf der Petersaue. Darüber hinaus besitzt das Bauwerk eine herausragende ingenieurhistorische Bedeutung. Die ursprünglich als „Kalle-Brücke“ bekannte Konstruktion galt bei ihrer Errichtung im Jahr 1972 als die weitest gespannte Leichtbetonbrücke der Welt. Ausgeführt wurde sie als Trogbrücke in Spannbetonbauweise mit schlanken Fertigteilstegen und einer Bodenplatte aus Ortbeton.

Umfangreiche Instandsetzung nach über 50 Jahren Nutzung

Nach mehr als fünf Jahrzehnten Dauerbetrieb machen altersbedingte Schäden eine umfassende Bestandssanierung erforderlich. Insbesondere Korrosionsschäden, verursacht durch früheres Eindringen von Streusalz und chloridhaltigem Wasser, müssen beseitigt werden. Zusätzlich werden potenzielle neue Korrosionsherde identifiziert und ein modernes Oberflächenschutzsystem auf der Brückenunterseite aufgebracht.

03 Peri Instandsetzung Bara Brücke
Zwei fahrbare Hängegerüste aus dem PERI Systembaukasten sichern während der gesamten Sanierungsphase den uneingeschränkten Betriebs- und Versorgungsablauf. Fotos: Peri Deutschland

Für diese Arbeiten war ein Gerüstkonzept erforderlich, das einen sicheren Zugang zur Unterseite ermöglicht, die statischen Anforderungen der Brücke berücksichtigt und gleichzeitig den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigt.

Fahrbare Hängegerüste als projektspezifische Lösung

Die gemeinsam von GER Gerüstbau und Peri Ingenieuren entwickelte Lösung erfüllt diese Anforderungen mit zwei speziell konzipierten, fahrbaren Hängegerüsten. Sie ermöglichen großflächige Instandsetzungsarbeiten an der Brückenunterseite, ohne die Lkw-Zufahrt zur Kläranlage oder den innerbetrieblichen Verkehr einzuschränken.

05 Peri Instandsetzung Bara Brücke
Die projektspezifisch entwickelte, wirtschaftliche Gerüstkonstruktion basiert auf der Kombination der Baukastensysteme Peri Up und Variokit und ermöglicht eine effiziente Umsetzung bei reduziertem Zeit- und Kostenaufwand.

Ein Peri Fahrwagen kommt im mittleren, 105 Meter langen Brückenfeld mit horizontalem Verlauf zum Einsatz. Ein zweiter Fahrwagen bedient die beiden jeweils 65 Meter langen Randfelder, die eine Steigung von 12 Prozent aufweisen. Grundlage der Lösung ist eine Systemkombination aus Peri Up Gerüstbaukasten und dem Variokit Ingenieurbaukasten.

Systemkombination für hohe Flexibilität und Tragfähigkeit

In die Gerüstkonstruktion integriert sind zudem Fahrwerk und Schiene der LGS Wetterschutzdachlösung, deren Komponenten für die Verfahrbarkeit ursprünglich für temporäre Überdachungen entwickelt wurden. Beide Hängegerüste verfügen über eine Plattformfläche von jeweils rund 110 Quadratmetern, die eine effiziente Bearbeitung der Brückenunterseite erlaubt.

Trotz hoher Tragfähigkeit konnte das zulässige Maximalgewicht von 17,5 Tonnen exakt eingehalten werden. Dadurch bleibt die Brücke während der gesamten Bauphase jederzeit für 30-Tonnen-Lkw befahrbar. Die Anpassung der Fahrwagen an die geneigten Randfelder wurde durch die hohe Flexibilität des Variokit Systems ermöglicht.

Effiziente Montage und reduzierte Belastung

Ein weiterer Vorteil der Lösung liegt in der Verwendung handlicher Einzelbauteile, die über standardisierte Systemverbinder gekoppelt werden. Dies vereinfacht die Montage erheblich und erlaubt eine nahezu übergangslose Kombination der Systeme Variokit und Peri Up. Beide basieren auf einem metrischen 25-Zentimeter-Grundraster und eignen sich besonders für Anwendungen mit großen Spannweiten und hohen Lastabtragungen.

Deutliche Einsparungen bei Material, Zeit und Kosten

Vor allem die Fahrwagenlösung für die geneigten Brückenrandfelder brachte erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Gegenüber einem ursprünglich geplanten Konzept mit durchgehend horizontaler Auflagerebene konnten Materialmenge, Gewicht und Montageaufwand deutlich reduziert werden.

Ein zusätzliches Auflagergerüst oberhalb der Rampen hätte Höhendifferenzen von bis zu zwölf Metern ausgleichen müssen und ein rund 20 Meter hohes Hängegerüst erfordert. Zudem entfallen bei der schräg geführten Peri Lösung zeitintensive Umbauarbeiten der unteren Plattform nach jedem Verfahrvorgang. Das Ergebnis ist eine effiziente, wirtschaftliche Sanierungslösung, die nahezu vollständig auf mietbaren Systembauteilen basiert.

www.peri.at

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