Seit Mittwoch 7.1.2026 in den frühen Morgenstunden laufen bei winterlichen Temperaturen die Arbeiten am Austausch der Rauchmühlbrücke an der Hallerstraße in Innsbruck. Mit dem Beginn der entscheidenden Bauphase startet für die ÖBB ein eng getaktetes Zeitfenster von rund drei Wochen, in dem die neue Bahnbrücke eingebaut wird. Die Sperre der Bahnstrecke ist dafür unumgänglich.
Abtrag des Alttragwerks und Einschub der neuen Brücke
Als erster wesentlicher Arbeitsschritt wird das bestehende Tragwerk der Eisenbahnbrücke rückgebaut. Im Anschluss erfolgt der Einschub der neuen, bereits entlang der Hallerstraße vorgefertigten Brückenkonstruktion. Dafür kommen mobile Transporteinheiten zum Einsatz.

Nach dem Einheben wird das neue Tragwerk mit Gleisen, Oberleitung sowie allen sicherheitsrelevanten Einrichtungen ausgestattet. Parallel dazu erfolgen Arbeiten an den Widerlagern. Diese Bauphase mit vollständiger Sperre der Bahnstrecke dauert bis einschließlich 29. Jänner.
Nächtliche Straßensperren und eine Tagsperre
Während der laufenden Arbeiten kommt es abschnittsweise auch zu Verkehrseinschränkungen auf der Hallerstraße. Die Bauaktivitäten finden überwiegend nachts statt, in einem Fall ist jedoch auch eine ganztägige Sperre erforderlich. Betroffen sind mehrere Zeitfenster zwischen Anfang und Mitte Jänner, in denen die Durchfahrt im Bereich der Rauchmühlbrücke nicht möglich ist. Zusätzlich wird die Hallerstraße von Sonntagmorgen bis Montagfrüh vollständig gesperrt. Linienbusse werden in diesen Zeiträumen umgeleitet, einzelne Haltestellen entfallen.
Umleitungen und Fahrgastinformation
Die ÖBB empfehlen Fahrgästen und Verkehrsteilnehmern, sich vor Fahrtantritt über die elektronische Fahrplanauskunft zu informieren. Die Sperren der Hallerstraße sind entsprechend beschildert. Außerhalb der Sperrzeiten bleibt der Baustellenbereich wie in den vergangenen Monaten einspurig befahrbar. Die ÖBB ersuchen um Verständnis für die temporären Einschränkungen.
Schienenersatzverkehr erfolgreich angelaufen
Der parallel eingerichtete Schienenersatzverkehr ist aus Sicht der ÖBB erfolgreich gestartet. Fernverkehrsreisende steigen am Hauptbahnhof Innsbruck sowie in Jenbach auf Busse um. Für den Nahverkehr bestehen Umstiegsmöglichkeiten am Hauptbahnhof Innsbruck, in Hall in Tirol sowie in Rum, wo Anschlüsse an die Linien von IVB und VVT bestehen. Auf direkten Busverbindungen zum Innsbrucker Hauptbahnhof werden ÖBB-Tickets anerkannt. Einzelne Zugverbindungen werden über den Umfahrungstunnel Innsbruck geführt.
Neubau nach über 60 Jahren Betrieb
Im Regelbetrieb passieren täglich rund 270 Züge die Eisenbahnbrücke nahe der Rauchmühle über die Hallerstraße. Nach mehr als sechs Jahrzehnten intensiver Nutzung hat das Bauwerk das Ende seiner technischen Lebensdauer erreicht. Der Neubau ist daher aus sicherheits- und betriebstechnischer Sicht zwingend erforderlich. Die vorbereitenden Bauarbeiten hatten bereits im Frühjahr 2025 begonnen.
Technische Kennzahlen des Brückenneubaus
Im Zuge des Projekts werden zwei Bestandstragwerke mit jeweils rund 50 Tonnen Gewicht abgetragen. Der Neubau umfasst unter anderem den Einbau von etwa 500 Kubikmetern Beton, rund 110 Tonnen Bewehrungsstahl sowie 225 Tonnen Stahlträger. Das neue Brückentragwerk misst 325 Quadratmeter, weist eine Spannweite von 29 Metern und eine Gesamtbreite von 11,25 Metern inklusive Randbalken auf. Zusätzlich werden rund 100 Laufmeter Gleis samt Schotterbett erneuert und die Oberleitungsanlage angepasst.

