Beim Bau des neuen Strandbad-Quartiers in Frankenthal in der Pfalz sind leistungsfähige Erdbewegungsmaschinen und flexible Baustellenlogistik gefragt. Das Bauunternehmen Spira setzt dafür auf einen umfangreichen Maschinenmix von Liebherr. Raupenbagger, Radlader, Planierraupe und knickgelenkter Muldenkipper übernehmen unterschiedliche Aufgaben. GPS-gestützte Maschinensteuerungen sollen zudem die Präzision und Produktivität erhöhen.
Das Strandbad-Quartier zählt zu den größten Projekten in der Geschichte des familiengeführten Bauunternehmens Spira aus Bad Kreuznach. Auftraggeber ist die Deutsche Bauwert AG. Die Arbeiten sollen bis Ende 2028 beziehungsweise Anfang 2029 abgeschlossen werden. Das Auftragsvolumen der von Spira ausgeführten Gewerke beträgt bis zu fünf Millionen Euro.
Die Herausforderung liegt vor allem in den zahlreichen ineinandergreifenden Bauphasen. Diese reichen vom Abbruch über Erdarbeiten und Bodensanierung bis zum Straßenbau sowie Garten- und Landschaftsbau. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an Maschinen, Anbaugeräte und Baustellenlogistik.
Raupenbagger und Radlader im Abbrucheinsatz
Bereits bei den Abbrucharbeiten kamen mehrere Liebherr-Maschinen zum Einsatz. Dazu gehörten die Raupenbagger R 924 Litronic und R 930 Litronic mit unterschiedlichen Anbauwerkzeugen. Unterstützt wurden sie von einem Radlader L 576 XPower.
Für die anschließenden Erdarbeiten und den Straßenbau setzt Spira unter anderem auf eine Planierraupe PR 716 und einen Raupenbagger R 924 Litronic. Beide Maschinen werden mit Leica-Maschinensteuerungen eingesetzt. Hinzu kommen ein knickgelenkter Muldenkipper TA 230 Litronic sowie kleine und mittelgroße Radlader.

Durch diesen Maschinenmix kann Spira die Geräte entsprechend den jeweiligen Anforderungen einsetzen. Während Raupenbagger den Aushub und die Materialbewegung übernehmen, kommen Radlader für Lade- und Transportaufgaben zum Einsatz. Die Planierraupe unterstützt insbesondere bei der Herstellung präziser Geländeprofile.
Mietmaschinen decken Auftragsspitzen ab
Ein wichtiger Bestandteil des Maschinenkonzepts ist die Kombination aus eigenem Fuhrpark und zusätzlichen Mietgeräten. Dadurch kann Spira den Maschinenbestand an die wechselnden Anforderungen der einzelnen Bauphasen anpassen.

„Wir benötigen zuverlässige Maschinen im Eigenbestand und zu Spitzenzeiten Spezialgeräte zur Miete. So bleiben wir flexibel und können termingerecht liefern“, erklärt Martin Spira, Geschäftsführer der Martin Spira e.K.
Das Unternehmen arbeitet bereits seit 2014 mit Liebherr zusammen. Bei der Umsetzung des Strandbad-Quartiers greifen drei Gesellschaften ineinander. Die Liebherr-Mietpartner GmbH stellt zusätzliche Mietmaschinen bereit. Die Liebherr-Baumaschinen Vertriebs- und Service GmbH übernimmt Lieferung und Betreuung des eigenen Maschinenparks. Für digitale Vermessungslösungen und Maschinensteuerungen ist die Metriworx GmbH zuständig.

Die Betreuung erfolgt unter anderem über die Liebherr-Standorte Kaiserslautern und Ludwigshafen. Damit sollen Maschinenverfügbarkeit, Service und technische Unterstützung aufeinander abgestimmt werden.
„Die Betreuung, Einsatzbereitschaft und Zusammenarbeit der drei Gesellschaften laufen genauso, wie wir uns das wünschen und vorstellen“, bestätigt Spira.
GPS-Maschinensteuerung erhöht Präzision
Eine wesentliche Rolle spielen digitale Vermessungs- und Steuerungssysteme. Bei den Erd- und Planierarbeiten nutzt Spira GPS-gestützte Maschinensteuerungen, um die vorgegebenen Geländeprofile möglichst genau umzusetzen.

Die Systeme unterstützen die Maschinenführer bei der Positionierung der Arbeitsausrüstung und beim Einhalten der geplanten Höhen und Neigungen. Dadurch lässt sich der Arbeitsablauf effizienter gestalten. Gleichzeitig kann der Aufwand für zusätzliche Vermessungs- und Kontrollarbeiten reduziert werden.
Gerade auf einer Großbaustelle mit zahlreichen aufeinanderfolgenden Gewerken ist die präzise Ausführung der Erdarbeiten entscheidend. Sie bildet die Grundlage für nachfolgende Bauabschnitte und hilft, zeitaufwendige Nacharbeiten zu vermeiden.
„Die GPS-Steuerung ist heute unverzichtbar. Sie macht uns schneller, flexibler und deutlich effizienter“, betont Martin Spira.
Digitalisierung bestimmt künftige Baustellen
Für Spira zeigt das Projekt in Frankenthal, wie wichtig das Zusammenspiel von Baumaschinen, digitaler Steuerung und flexibler Maschinenbereitstellung geworden ist.
Neben der technischen Ausstattung kommt es dabei weiterhin auf qualifizierte Maschinenführer an. Sie müssen die digitalen Systeme sicher bedienen und die jeweiligen Maschinen entsprechend den Baustellenbedingungen einsetzen können.
Künftig dürften auch alternative Antriebskonzepte und eine emissionsärmere Energieversorgung auf Baustellen stärker an Bedeutung gewinnen. Spira sieht hier allerdings noch Entwicklungsbedarf, bevor entsprechende Lösungen flächendeckend eingesetzt werden können.
Das Strandbad-Quartier verdeutlicht damit einen Trend im modernen Erdbau: Neben der Leistungsfähigkeit einzelner Maschinen entscheiden zunehmend digitale Prozesse, Maschinenverfügbarkeit und abgestimmte Serviceleistungen über einen wirtschaftlichen Baustellenbetrieb.
