37.000 Betriebsstunden, rund 40 Kilometer Fahrwege und 13 Millionen Tonnen Gestein pro Jahr: Am steirischen Erzberg müssen Baumaschinen außergewöhnlichen Belastungen standhalten. Die VA Erzberg GmbH hat deshalb ihren bewährten Cat 834K durch einen neuen Cat 834 Raddozer ersetzt. Der rund 48 Tonnen schwere Spezialist übernimmt Planierarbeiten, sichert Abkippstellen und hält die weitläufigen Fahrwege instand.
Seit rund 50 Jahren setzt die VA Erzberg auf Raddozer von Caterpillar. Anders als klassische Planierraupen verbinden diese Maschinen eine hohe Schubleistung mit der Mobilität eines Radfahrzeugs. Das ist besonders auf den weit auseinanderliegenden Etagen des Erzbergs von Vorteil.
Der Abbaubetrieb läuft an rund 330 Tagen im Jahr und rund um die Uhr. Jährlich werden etwa 13 Millionen Tonnen Gestein gewonnen. Daraus entstehen rund 3,3 Millionen Tonnen hochwertige Rohstoffe für die Roheisenerzeugung der voestalpine in Linz und Donawitz. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der eingesetzten Maschinen.
Raddozer statt Planierraupe im Tagebau
Eine zentrale Aufgabe des Cat 834 ist die Instandhaltung des rund 40 Kilometer langen Fahrwegenetzes. Dieses erstreckt sich über mehrere Abbauetagen und langgezogene Rampen. Neben dem Anlegen neuer Fahrwege gehören die laufende Instandhaltung und der Winterdienst zum Einsatzspektrum.
Besonders wichtig ist der Raddozer im sogenannten Sturzbetrieb. Dabei transportieren starre Muldenkipper das abgebaute Material zu den Abkippstellen an den Etagenkanten. Dort müssen Schutzriegel verhindern, dass die Fahrzeuge beim Entladen über die Kante geraten.
Der Cat 834 übernimmt das Anlegen und Instandhalten dieser Schutzriegel. Auch vor Sprengarbeiten werden seitliche Schutzwälle errichtet. Darüber hinaus ebnet die Maschine Flächen nach dem Baggereinsatz ein.
Für diese Aufgaben wären aufgrund der großen Entfernungen mehrere Planierraupen erforderlich. Der Raddozer kann dagegen vergleichsweise rasch zwischen den Einsatzorten wechseln. Seine hohe Mobilität ist damit ein wesentlicher wirtschaftlicher Vorteil.

„Angesichts der großen Materialmengen, die wir bereits seit längerer Zeit hier am Erzberg bewegen, hat die Verfügbarkeit der Geräte für uns eine hohe Priorität“, erklärt Peter Schimek, Leiter der Bohr- und Sprengtechnik der VA Erzberg GmbH.
37.000 Betriebsstunden mit dem Cat 834K
Der bisher eingesetzte Cat 834K hatte rund 37.000 Betriebsstunden absolviert. Er war vor etwa zehn Jahren als Nachfolger eines Cat 824H angeschafft worden. Im Sommer 2026 erfolgte nun die Ablöse durch die aktuelle Generation des Cat 834.
Die lange Einsatzdauer des Vorgängers war ein wesentliches Argument für die erneute Entscheidung zugunsten von Caterpillar. Hinzu kamen die höhere Leistung der neuen Maschine und die Betreuung durch Zeppelin Österreich. „Generell haben wir mit der Marke Caterpillar und der Betreuung durch die Firma Zeppelin Österreich sehr gute Erfahrungen gemacht und uns auch aus diesem Grund für die Investition in die neueste Cat Raddozer Generation entschieden“, betont Schimek.
Der ältere Cat 824H bleibt weiterhin als Reservemaschine im Betrieb. Vor allem beim Winterdienst bietet sein schräggestelltes Schild Vorteile.
Der neue Cat 834 wird von Hans-Peter Bachler gefahren. Er arbeitet seit fast 15 Jahren bei der VA Erzberg und wechselte 2019 vom Muldenkipper auf den Raddozer. Für seinen Einsatz wurde die neue Maschine in Zusammenarbeit mit Zeppelin mit einem GPS-System ausgestattet. Dieses unterstützt den Fahrer dabei, die vorgegebenen Geländegeometrien im Sturz- und Abkippbereich präzise einzuhalten.
Gerade bei der Herstellung von Schutzriegeln und definierten Geländeprofilen ist die genaue Positionierung des Schildes entscheidend. Die digitale Unterstützung erleichtert dabei die Einhaltung der Soll-Geometrien.
Verstärkter Rahmen für hohe Schubkräfte
Technisch basiert der Cat 834 auf der Konstruktion der großen Caterpillar-Radlader. Für den Einsatz als Raddozer wurden jedoch wesentliche Baugruppen an die hohen Schub- und Seitenkräfte angepasst. Ein zentraler Unterschied liegt in der Rahmenkonstruktion. Der hintere Vollkastenrahmen ist darauf ausgelegt, Torsionsstöße und Verwindungskräfte aufzunehmen. Der massive Schubbalken ist durchgehend ausgeführt und nicht nur seitlich am Rahmen befestigt.
Dadurch werden die beim Planieren auftretenden Kräfte über einen größeren Bereich der Maschinenstruktur verteilt. Das ist insbesondere beim Arbeiten in Ecken und unter hohen seitlichen Belastungen wichtig. Zusätzlich wurden der obere Kupplungsbolzen, die Rahmenplatte und die Lagerung besonders robust ausgeführt. Eine optimierte Achsbefestigung erhöht die strukturelle Stabilität. Verstärkte Befestigungen der Lenkzylinder übertragen die auftretenden Kräfte in den Rahmen.
Auch das Polterschild ist für hohe Beanspruchungen ausgelegt. Verschleißteile werden von der Werkstatt der VA Erzberg selbst ausgetauscht. Die betriebseigene Werkstatt übernahm außerdem zusätzliche Anpassungen am neuen Cat 834. Dazu gehören ergänzende Schutzbleche sowie die Installation einer Zentralschmieranlage und einer Löschanlage.
Die Konstruktion ist auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Caterpillar bietet dafür auch Programme zur zertifizierten Grunderneuerung an, mit denen wesentliche Maschinenkomponenten für weitere Einsatzzyklen überarbeitet werden können.
48 Tonnen Einsatzgewicht und Cat C18
Mit einem Betriebsgewicht von rund 48 Tonnen gehört der Cat 834 zu den schweren Radplaniermaschinen. Als Antrieb dient ein Caterpillar-C18-Dieselmotor, der die Anforderungen der EU-Abgasstufe V erfüllt.
Zur Reduktion des Kraftstoffverbrauchs verfügt die Maschine über eine automatische Leerlaufabschaltung. Auch die Hydraulik ist auf einen bedarfsgerechten Energieeinsatz ausgelegt. Eine lastabhängige Zusatz- und Lenkungspumpe mit variablem Hubraum stellt den erforderlichen Hydraulikölstrom bereit. Dadurch muss die Motordrehzahl nicht allein zur Erhöhung der Hydraulikleistung angehoben werden. Das kann insbesondere bei wechselnden Arbeitsbelastungen den Kraftstoffverbrauch reduzieren.
Für den Fahrer bietet die neue Kabine größere Glasflächen und damit verbesserte Sichtverhältnisse. Hinzu kommen moderne Sicherheitssysteme sowie digitale Möglichkeiten zur Maschinenüberwachung.
Über Cat Product Link und die Plattform VisionLink lassen sich relevante Betriebs- und Maschinendaten abrufen. Das unterstützt die Überwachung des Maschinenzustands und die Planung von Wartungsmaßnahmen. Für Patrick Gruber, Leiter der Niederlassung Graz von Zeppelin Österreich, bleibt der Raddozer eine Spezialmaschine mit klar definierten Einsatzvorteilen. „Raddozer bewähren sich nicht nur hier am Erzberg, sondern auch auf großen Flächen mit leichtem Material oder in speziellen Ausführungen bei Entsorgungsbetrieben“, erklärt Gruber.
Am Erzberg zeigt der neue Cat 834, weshalb sich diese Maschinenbauart trotz ihres vergleichsweise kleinen Marktsegments behauptet. Wo große Distanzen, hohe Schubkräfte und häufig wechselnde Einsatzorte zusammentreffen, kann der Raddozer eine wirtschaftliche Alternative zum Einsatz mehrerer Planierraupen sein.
