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EU prüft Importe chinesischer Mobilkrane

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Die Europäische Kommission hat nach einer formellen Beschwerde führender europäischer Mobilkranhersteller eine Antidumpinguntersuchung zu Importen von Mobilkranen aus China eingeleitet. Ziel des Verfahrens ist es, mögliche Wettbewerbsverzerrungen auf dem europäischen Markt zu prüfen und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die heimische Industrie zu bewerten.

Im Fokus der Untersuchung stehen Mobilkrane, die für den Einsatz an Land konzipiert sind, auf selbstfahrenden Fahrzeugen montiert werden und über eine Tragfähigkeit von mindestens 30 Tonnen verfügen. Hintergrund ist der deutliche Anstieg chinesischer Kranimporte, die laut Beschwerdeführern zu Preisen erfolgen, welche unter fairen Marktbedingungen nicht darstellbar wären.

Europäische Hersteller sehen unlauteren Wettbewerb

Mitglieder des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik, darunter Liebherr, Manitowoc, Sennebogen und Tadano, haben der Europäischen Kommission umfangreiche Belege für erhebliche Marktschäden vorgelegt. Diese resultieren nach Angaben der Hersteller aus systematischen Verdrängungspreisen sowie aus strukturellen Vorteilen chinesischer Anbieter.

Zu den angeführten Wettbewerbsverzerrungen zählen staatliche Subventionen, künstlich niedrig gehaltene Rohstoffpreise, steuerliche Begünstigungen und bevorzugte Finanzierungsmodelle. Der massive Importzuwachs chinesischer Mobilkrane gefährdet nach Einschätzung des Verbands mehr als 7.000 direkte Arbeitsplätze in Europa sowie zahlreiche weitere entlang der industriellen Wertschöpfungskette.

Strategische Bedeutung der Mobilkranindustrie

In Europa gefertigte Mobilkrane spielen eine zentrale Rolle beim Bau und bei der Instandhaltung kritischer Infrastrukturen. Sie kommen unter anderem bei Großprojekten im Bereich erneuerbare Energien, im Verkehrswegebau sowie bei sicherheitsrelevanten Anwendungen zum Einsatz. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur industriellen und strategischen Unabhängigkeit Europas.

Gleichzeitig investieren europäische Hersteller kontinuierlich in hohe Sicherheitsstandards, technische Leistungsfähigkeit sowie in die Einhaltung strenger EU-Vorgaben zu Umwelt-, Klima- und Datenschutz. Diese Investitionen seien langfristig nur unter fairen Wettbewerbsbedingungen aufrechtzuerhalten, so die Branche.

Branche fordert rasche Maßnahmen

In einer gemeinsamen Stellungnahme begrüßen die Beschwerdeführer die Einleitung der Antidumpinguntersuchung als wichtigen ersten Schritt. Man werde eng mit der Europäischen Kommission zusammenarbeiten und erwarte zeitnahe sowie entschlossene Maßnahmen, um faire Marktbedingungen sicherzustellen und die industrielle Basis der europäischen Mobilkranproduktion nachhaltig zu sichern.

www.vdma.eu

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