Auf Asphaltbaustellen arbeiten schwere Maschinen und Personen oft auf engem Raum. Eingeschränkte Sicht, Dampf, Lärm und wechselnde Bewegungen erhöhen dabei das Kollisionsrisiko. Hamm erweitert deshalb seine Sicherheitstechnik um den neuen Brake Assist. Das System überwacht das Maschinenumfeld per LiDAR und kann die Tandemwalze bei erkannter Kollisionsgefahr selbstständig abbremsen oder bis zum Stillstand bringen.
LiDAR überwacht den Fahrweg
Im Zentrum des Brake Assist stehen LiDAR-Sensoren. Sie erfassen das direkte Umfeld der Maschine kontinuierlich und erzeugen daraus in Echtzeit ein Abbild des Arbeitsbereichs.
Das System erkennt dabei Personen, Objekte und andere Hindernisse im Fahrweg. Nähert sich ein Objekt dem definierten Gefahrenbereich, bewertet Brake Assist die Situation innerhalb von Sekundenbruchteilen.
Für die Bewertung berücksichtigt das Assistenzsystem mehrere Maschinenparameter. Dazu gehören die Fahrtrichtung und die aktuelle Geschwindigkeit. Auch die eingestellte Arbeitsbreite, der Spurversatz und der Lenkeinschlag fließen in die Beurteilung ein.
Damit wird nicht nur erkannt, dass sich ein Hindernis in der Nähe befindet. Das System berücksichtigt auch die aktuelle Fahrsituation der Walze.
Drei Stufen bis zum Stillstand
Erkennt Brake Assist eine kritische Situation, erfolgt die Reaktion kontrolliert in mehreren Stufen. Zunächst reduziert das System die Geschwindigkeit der Maschine.
Bleibt das Hindernis im Gefahrenbereich oder bewegt es sich weiter auf die Maschine zu, wird die Walze kontrolliert bis zum vollständigen Stillstand abgebremst. In einer Notfallsituation kann anschließend eine Notbremsung eingeleitet werden.
Damit unterscheidet sich Brake Assist von reinen Warnsystemen. Das System beschränkt sich nicht darauf, den Fahrer auf eine mögliche Gefahr aufmerksam zu machen. Es kann aktiv in den Fahrvorgang eingreifen.
Ziel ist es, Kollisionen möglichst zu verhindern oder deren Folgen zu reduzieren. Der Fahrer bleibt dabei weiterhin in den Arbeitsprozess eingebunden. Brake Assist bildet eine zusätzliche Sicherheitsebene für Situationen, in denen Personen, Fahrzeuge oder andere Hindernisse unerwartet in den Fahrbereich gelangen.
Besonders relevant auf Asphaltbaustellen
Der Einsatzbereich von Tandemwalzen bringt besondere Anforderungen an die Sicherheit mit sich. Während des Verdichtens arbeiten Maschinenführer, Einbaupersonal, Vermesser und Prüfer häufig unmittelbar nebeneinander.
Hinzu kommen die hohen Temperaturen des Asphalts, wechselnde Witterung und eingeschränkte Sicht. Dampf und Verdunstung können die Wahrnehmung zusätzlich erschweren. Gleichzeitig sorgen Baumaschinen und Baustellenverkehr für eine hohe Geräuschkulisse.
Auch tote Winkel und die teilweise unübersichtliche Bewegung mehrerer Maschinen können die Beurteilung einer Situation erschweren. Ein Moment der Unaufmerksamkeit oder eine unerwartete Bewegung im unmittelbaren Maschinenumfeld kann deshalb schnell zu einer kritischen Situation führen.
Genau hier setzt Brake Assist an. Die Sensorik überwacht den Bereich vor und um die Maschine kontinuierlich und kann eingreifen, wenn sich eine Gefahr entwickelt.
Zunächst für die Serie HX
Hamm führt Brake Assist zunächst bei den Tandemwalzen der Serie HX ein. Weitere Maschinenmodelle sollen folgen.
Das Assistenzsystem ist so ausgelegt, dass es den Fahrer im normalen Arbeitsablauf nicht beeinträchtigt. Erst wenn die Sensorik eine potenzielle Kollisionsgefahr erkennt und die Situation entsprechende Maßnahmen erfordert, greift die automatische Bremsfunktion ein.
Mit der Kombination aus LiDAR-basierter Objekterkennung und automatischer Bremsung erweitert Hamm damit die klassischen Warnfunktionen um einen aktiven Eingriff in den Fahrprozess. Für Baustellen mit engem Maschinen- und Personenverkehr entsteht dadurch eine zusätzliche technische Sicherheitsebene.
