Beim Bau des Zayed National Museum kam einer der tragfähigsten landbasierten Krane weltweit zum Einsatz. Der SK-Kran von Mammoet ermöglichte auf Saadiyat Island die sichere und effiziente modulare Installation zentraler Bauteile – trotz beengter Baustellenbedingungen und paralleler Gewerke.
Komplexe Architektur erfordert Schwerlastlösung
Das Museum ist Teil des Saadiyat Cultural District in Abu Dhabi und würdigt das Vermächtnis von Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan.

Die Konstruktion wird von fünf falkenflügelartigen Türmen geprägt. Diese prägen nicht nur das Erscheinungsbild, sondern unterstützen auch die natürliche Klimatisierung des Gebäudes.
Um Risiken zu minimieren und Bauzeiten zu verkürzen, entschied sich das Projektteam für eine modulare Bauweise. Vier pod-förmige Galerieeinheiten wurden am Boden vorgefertigt und anschließend in das Bauwerk eingehoben. Das reduzierte Arbeiten in der Höhe und erhöhte die Ausführungsqualität.
Alternative zum Großraupenkran
Ursprünglich war ein Großraupenkran vorgesehen. Aufgrund der erhöhten Baufläche und begrenzter Stellflächen hätte dieser jedoch umfangreiche Bodenvorbereitungen und Eingriffe in laufende Bauprozesse erfordert.

Nach detaillierter Analyse schlugen die Mammoet-Ingenieure den Einsatz eines SK-Krans vor – eines der leistungsfähigsten landbasierten Hebesysteme weltweit. Dank hoher Tragfähigkeit und großer Ausladung konnte der Kran außerhalb stark frequentierter Bereiche positioniert werden. Turmdrehkrane und andere Bauaktivitäten blieben weitgehend unbeeinträchtigt.
612 Tonnen bei über 150 Metern Radius
Die schwerste Hebung betrug 612 Tonnen bei einem Arbeitsradius von mehr als 150 Metern. Der Kran wurde in zwei Konfigurationen eingesetzt, als SK350 und als SK190 mit reduzierter Standfläche.

Beide Varianten arbeiteten mit einem 135 Meter langen Hauptausleger. Hebevorgänge erfolgten ausschließlich bei maximal 14 m/s Windgeschwindigkeit und fallender Prognose – gemäß detailliertem, ingenieurtechnisch ausgearbeitetem Hebeplan.
Der maximale Bodendruck lag bei 26,9 t/m². Damit waren stabile Einsätze ohne aufwendige Bodenertüchtigungen möglich.
Präzision durch Spezial-Rigging
Für die Installation entwickelte Mammoet ein verstellbares Rigging-System mit Litzenhebern. Es ermöglichte kontrolliertes Neigen, Drehen und Feinjustieren der großformatigen, unregelmäßig geformten Module.
Solche Lösungen kommen auch bei komplexen Dach- und Modulmontagen im Stadion- oder Flughafenbau zum Einsatz und machen architektonisch anspruchsvolle Entwürfe realisierbar.
Heute ist das Museum für Besucher geöffnet. Mammoet ist seit fast 50 Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv und war unter anderem an Projekten wie dem Burj Al Arab und Ain Dubai beteiligt.

