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Startschuss für Stadttunnel Feldkirch

Anschlagfeier Stadttunnel Feldkirch 08

Mit dem Tunnelanschlag hat beim Stadttunnel Feldkirch die aktive Bauphase begonnen. Das Großprojekt zählt zu den wichtigsten Infrastrukturvorhaben Vorarlbergs und soll die Innenstadt langfristig vom Durchzugsverkehr entlasten.

Bei der Anschlagfeier am 6. März bezeichneten Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christoph Bitschi den Baubeginn als historischen Moment für Feldkirch und das ganze Bundesland. Rund 8.000 Menschen – etwa ein Fünftel der Feldkircher Bevölkerung – sollen künftig deutlich weniger Verkehrslärm ausgesetzt sein.

Haupttunnel als Herzstück des Projekts

Der nun gestartete Vortrieb des Haupttunnels markiert den Beginn der zentralen Bauphase des Stadttunnels. Vertreter des Landes Vorarlberg, der Stadt Feldkirch, der Vorarlberger Energienetze sowie der ausführenden Arbeitsgemeinschaft aus Jäger Bau, Strabag und Hilti & Jehle nahmen an der Feier im Portalbereich in der Felsenau teil.

Der Stadttunnel soll den Verkehr künftig unterirdisch durch die Stadt führen. Damit werden zentrale Bereiche wie die Bärenkreuzung, die Innenstadt sowie angrenzende Wohngebiete deutlich entlastet.

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Der Bau des Haupttunnels beim Stadttunnel Feldkirch hat begonnen. Das Infrastrukturprojekt soll die Innenstadt deutlich vom Verkehr entlasten und neue Möglichkeiten für Stadtentwicklung und Mobilität schaffen. Fotos: Land Vorarlberg/B.Hofmeister

Laut Landeshauptmann Wallner bringt das Projekt weitreichende Vorteile: weniger Verkehrslärm, bessere Luftqualität und mehr Lebensqualität für tausende Bewohner. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten für Stadtentwicklung, sichere Fuß- und Radwege sowie einen zuverlässigeren öffentlichen Verkehr.

Vier Tunneläste und unterirdischer Kreisverkehr

Der Stadttunnel Feldkirch ist das Ergebnis eines langjährigen Planungsprozesses. Insgesamt wurden 48 Varianten untersucht, bevor die heutige Lösung festgelegt wurde. Kern des Projekts ist ein unterirdischer Kreisverkehr mit vier Tunnelästen in Richtung Felsenau, Altstadt, Tisis und Tosters. Dadurch soll der Durchzugsverkehr aus dem Lebensraum der Stadt herausgeführt werden.

Der Tunnel wird den Gesamtverkehr an der stark belasteten Bärenkreuzung um rund ein Viertel reduzieren. Der Schwerverkehr soll sogar um fast zwei Drittel sinken.

Mehr Raum für Stadtentwicklung und Mobilität

Durch die Verkehrsverlagerung unter die Erde entstehen neue Möglichkeiten für die Gestaltung der Stadt. Entlastete Straßen können künftig stärker für Fußgänger, Radverkehr und öffentliche Räume genutzt werden. Auch der öffentliche Verkehr profitiert. Busse können ihre Fahrpläne zuverlässiger einhalten, während Einsatzfahrzeuge schneller ans Ziel gelangen.

Zusätzlich bringt das Projekt auch Vorteile für umliegende Gemeinden. So wird etwa im Ortsteil Fellengatter der Marktgemeinde Frastanz eine Hochspannungsleitung in den Tunnel verlegt. Dadurch verschwinden bestehende Strommasten aus dem Landschaftsbild.

Bauarbeiten laufen bis Ende des Jahrzehnts

Der Vortrieb des Haupttunnels soll voraussichtlich bis Herbst 2028 dauern. Parallel dazu erfolgen Innenausbau und technische Ausstattung des Bauwerks.

Zur Tunnelausrüstung zählen unter anderem Beleuchtung, Belüftung, Verkehrssteuerung und Notrufsysteme. Nach aktueller Planung soll der Stadttunnel Feldkirch im Jahr 2030 vollständig in Betrieb gehen. Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit mit rund 385 Millionen Euro angegeben.

Traditioneller Tunnelanschlag zum Baubeginn

Nach einer kirchlichen Segnung durch den Feldkircher Generalvikar Hubert Lenz erfolgte der symbolische Tunnelanschlag mit der ersten Sprengung am Portal in der Felsenau.

Anschlagfeier Stadttunnel Feldkirch 09
Als irdische Vertreterin der Heiligen Barbara soll Tunnelpatin Julia Bitschi den Mineuren Glück bringen und symbolisch über einen sicheren, unfallfreien Bauverlauf wachen.

Dabei übernahm Julia Bitschi die Rolle der Tunnelpatin. In dieser traditionellen Funktion steht sie symbolisch für die Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer, die Heilige Barbara, und soll für einen sicheren Bauverlauf sorgen.

www.stadttunnel-feldkirch.at

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