Mehr als 450 Branchenvertreter trafen sich bei den Baumit BauFachtagen 2026 am Red Bull Ring, um über die Zukunft der Bauwirtschaft zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen Bürokratieabbau, leistbarer Wohnraum und neue Technologien.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zur Baukrise. Vertreter aus Architektur, Bauunternehmen, Industrie und Gewerkschaft diskutierten, welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit die Branche wieder Wachstum erreicht.
Neben den Debatten über Förderpolitik und Bürokratie präsentierte Baumit auch technologische Innovationen wie den BauMinator für 3D-Betondruck. Die BauFachtage zeigten damit nicht nur Probleme der Branche – sondern auch konkrete Lösungen für die Zukunft des Bauens.
Podiumsdiskussion: Wie kommt die Bauwirtschaft wieder in Fahrt?
Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand die Frage, wie die Bauwirtschaft wieder auf Kurs kommen kann – und wie leistbarer Wohnraum entstehen soll.
Unter der Moderation von ÖBZ-Chefredakteur Martin Hehemann diskutierten: Marion Gruber (PLOV Architekten ZT GmbH), Josef „Beppo“ Muchitsch (Nationalratsabgeordneter und Bundesvorsitzender Gewerkschaft Bau-Holz), Michael Schranz (Geschäftsführer Handler Bau GmbH), Oliver Werinos (Geschäftsführer Teubl Gruppe), Robert Schmid (Eigentümer Schmid Industrieholding) sowie Georg Bursik (Geschäftsführung Baumit GmbH).

Ein zentrales Thema war der wachsende bürokratische Aufwand im Bauwesen. Oliver Werinos erklärte, dass der „bürokratische Aufwand“ inzwischen „einen höheren zeitlichen Aufwand“ einnehme als die Baudurchführung selbst. Er plädierte für ein grundlegendes Neudenken der Abläufe, insbesondere durch Digitalisierung und klarere Verantwortlichkeiten.
Robert Schmid brachte die Diskussion auf den Punkt: „Wenn man immer darüber redet, man muss das Leben einfacher machen, die Bürokratie abbauen, dann steht man immer vor der Frage, welchen Teil der Bürokratie man abbaut.“
Einfacher bauen – aber mit klaren Regeln
Auch das Thema „einfacher bauen“ wurde intensiv diskutiert. Architektin Marion Gruber verwies auf internationale Beispiele für eine Reduktion von Normen. Gleichzeitig betonte sie die Verantwortung der Planenden: „Grundsätzlich hafte ich als Planerin immer und am Ende bin ich verantwortlich. Das muss man ändern”.
Michael Schranz ergänzte aus Sicht der Baupraxis, dass es nicht um niedrigere Standards gehe, sondern um effizientere und wirtschaftlichere Lösungen innerhalb klarer Regeln.
Kritik an Förderpolitik
Für Diskussionen sorgte auch das Förderaus für thermische Sanierungen. Viele Unternehmen sehen darin ein Problem für Planungssicherheit. Georg Bursik formulierte deutliche Kritik: „Ja, ich halte es für Schwachsinn. Wenn es im Winter kalt ist, zieht man einen Mantel an und isst nicht mehr, um seinen Wärmebedarf zu decken.“
Robert Schmid warnte vor politischen Richtungswechseln: „Die wirkliche Katastrophe ist, etwas zu entscheiden und mittendrin, wenn es zu laufen beginnt, wieder umzustoßen.“ Josef Muchitsch kritisierte zudem die Struktur der Förderprogramme: „Alles, was aus der Praxis kommt, von jenen, die Tag für Tag mit Kunden arbeiten, an ihnen sollte man sich orientieren.“
Innovationen und neue Technologien
Neben der Diskussion über politische Rahmenbedingungen standen auch technologische Innovationen im Fokus der Baumit BauFachtage. Baumit präsentierte unter anderem die Weiterentwicklung des Baumit BauMinators. Das 3D-Betondrucksystem ermöglicht die ressourcenschonende Herstellung komplexer Bauteile.
Weitere Themen der Fachvorträge waren: der Markenrelaunch von Baumit, Innovationen bei der thermischen Sanierung und Weiterentwicklungen in der Farbberatung
Impulse aus Sport und Wirtschaft
Für zusätzliche Inspiration sorgten prominente Gäste aus dem Sport. Hermann Maier und Julia Mayer berichteten über mentale Stärke, Ausdauer und Leistungsbereitschaft – Eigenschaften, die auch in Unternehmen entscheidend sind. Durch das Programm führten die ORF-Sportkommentator:innen Karina Toth und Lukas Schweighofer.
Austausch und Networking
Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Networking. Bei verschiedenen Challenges rund um den Red Bull Ring konnten Teilnehmer:innen Teamgeist und Renngefühl erleben. Ein besonderes Highlight war die abendliche Baumit-Drohnenshow, bei der Markenelemente und Produktmotive in den Nachthimmel projiziert wurden.

Fazit
Die Baumit BauFachtage 2026 zeigten deutlich, wie wichtig Austausch und Zusammenarbeit für die Bauwirtschaft sind. Unter dem Motto „Gemeinsam besser“ positionierte sich Baumit einmal mehr als Partner der Branche – mit Innovationen und Lösungen, die in der Praxis funktionieren.

