In Herzogenburg entstand eine neue, stützenfreie Verbindung über die Traisen – und der finale Hub wurde zum Präzisionsakt. Mit einem 700-Tonnen-Teleskopkran setzte Prangl den 39 Tonnen schweren Steg millimetergenau an seinen Platz. Ein Projekt, das zeigt, wie moderne Hebetechnik komplexe Infrastruktur effizient realisiert.
Der ursprüngliche Steg aus dem Jahr 1885 hatte das Ende seiner wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht. Aufgrund steigender Verkehrsbelastung gewann die Querung zusätzlich an Bedeutung – als sichere Alternative zu stark frequentierten Straßen und als direkte Verbindung zwischen Herzogenburg und dem Ortsteil Ossarn. Die Entscheidung fiel daher klar zugunsten eines Neubaus.

Technisch setzt die neue Konstruktion auf eine freitragende Lösung ohne Stützen im Fluss. Das reduziert Eingriffe in das Gewässer und minimiert langfristig Wartungsaufwand sowie hydraulische Risiken.
Baustellenlogistik am Flussufer
Die Umsetzung stellte hohe Anforderungen an die Baustellenvorbereitung. Sämtliche Brückenteile wurden direkt an das Ufer der Traisen geliefert. Um die Montage überhaupt zu ermöglichen, mussten Zufahrten verbreitert und tragfähig gemacht werden. Zusätzlich waren Baumschlägerungen erforderlich, um ausreichend Bewegungsraum für Gerät und Kran zu schaffen.
Für die sichere Abstützung der Großgeräte errichtete man eigens Betonfundamente unmittelbar am Wasserrand. Die angelieferten Segmente wurden anschließend mit einem Ladekran mit bis zu 73 Metertonnen Traglast entladen und für die Vormontage bereitgestellt.
Präzise Montage mit 700-Tonnen-Kran
Die Vormontage des 50 Meter langen Stegs erfolgte mithilfe eines 80-Tonnen-Teleskopkrans sowie eines Teleskopstaplers mit einer Arbeitshöhe von 9,55 Metern. Diese Kombination ermöglichte ein präzises Positionieren und Verbinden der einzelnen Bauteile unter beengten Platzverhältnissen.
Am Ende der Montagephase stand die komplette Brückenkonstruktion bereit: 50 Meter Länge, 39 Tonnen Gesamtgewicht – vorbereitet für den entscheidenden Hub.
Für das finale Verheben kam der leistungsstärkste Teleskopkran im Fuhrpark von Prangl zum Einsatz. Der 700-Tonnen-Kran wurde mit Hauptausleger und 135 Tonnen Ballast konfiguriert – eine Auslegung, die sowohl Reichweite als auch Stabilität sicherstellte.

Besonderes Augenmerk lag auf der Anschlagtechnik: Die Positionierung der Schwerlastgurte musste exakt erfolgen, um ein kontrolliertes Gleichgewicht während des Hubs zu gewährleisten. Erst nach einem schrittweisen Anheben und finaler Freigabe begann der eigentliche Hebevorgang.

Der Steg wurde zunächst vertikal angehoben, anschließend um 90 Grad gedreht und schließlich präzise über den vorbereiteten Fundamenten abgesenkt. Die gesamte Bewegung erfolgte kontrolliert und in enger Abstimmung zwischen Kranfahrer und Einweisern.
Infrastruktur mit regionaler Bedeutung
Mit der erfolgreichen Montage ist nicht nur eine funktionale Verbindung wiederhergestellt, sondern auch ein wichtiger Abschnitt des Traisentalradwegs und des Jakobswegs gesichert. Die neue Konstruktion vereint moderne Ingenieurtechnik mit nachhaltiger Planung.
Die Projektmitarbeiter bringen die Leistung auf den Punkt: „Wir haben eine neue Verbindung geschaffen. Ein starkes Team ist die stabilste Brücke.“
