Felbermayr Bau und Held & Francke starten eine gemeinsame Produktionsgesellschaft für Asphalt und investieren in eine hochmoderne Mischanlage mit bis zu 100 Prozent Recyclinganteil. Damit setzen die beiden Unternehmen ein klares Signal für mehr Effizienz, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit im Straßenbau.
Mit dem offiziellen Baustart am 8. Juli 2026 fiel der Startschuss für ein Projekt, das die Asphaltproduktion in Oberösterreich neu strukturieren wird. Die neue Gesellschaft AMW Hinzenbach-Haag bündelt künftig die Kapazitäten der bestehenden Anlage in Haag am Hausruck und des im Bau befindlichen Mischwerks in Hinzenbach. Beide Partner halten jeweils 50 Prozent an der Gesellschaft.
Neue Anlage ersetzt Bestandswerk
Im Zentrum des Projekts steht der Neubau der Asphaltmischanlage in Hinzenbach, die bis März 2027 fertiggestellt werden soll. Sie ersetzt die bestehende Anlage am Standort, die im Zuge des Neubaus rückgebaut wird. Ziel ist eine leistungsfähige, technologisch aktuelle Infrastruktur, die den steigenden Anforderungen im Straßenbau gerecht wird.
Durch die Zusammenlegung der Produktionsstandorte verbessern Felbermayr und Held & Francke gezielt die regionale Versorgung mit Asphalt. Gleichzeitig werden Transportwege reduziert, was sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile bringt. Die neue Struktur ermöglicht eine flexiblere Disposition und eine stabilere Lieferkette für künftige Infrastrukturprojekte.
Fokus auf Recycling und Energieeffizienz
Technologisch setzt das Projekt auf eine moderne Ammann-Anlage mit Paralleltrommel. Diese ermöglicht es, einen besonders hohen Anteil an Recyclingmaterial zu verarbeiten. In der Praxis bedeutet das, dass bis zu 100 Prozent recyceltes Asphaltgranulat in den Produktionsprozess integriert werden kann.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energieversorgung. Die Anlage wird überwiegend mit Strom aus einer Photovoltaikanlage betrieben. Dadurch reduziert sich der CO₂-Fußabdruck der Produktion deutlich, während gleichzeitig die Energieeffizienz steigt.
„Mit dieser Investition setzen wir gemeinsam die Weichen für eine neue Ära der Asphaltproduktion. Moderne Technik, ein erhöhter Recyclinganteil und eine starke Partnerschaft legen den Grundstein, um unseren Straßenbau langfristig weiterzuentwickeln“, erklärt Bernhard Strasser, Geschäftsführer von Felbermayr Bau.

Zusätzlich wird die Anlage in der Lage sein, Niedertemperaturasphalt herzustellen. Dieses Verfahren senkt den Energiebedarf bei der Produktion und ermöglicht gleichzeitig den Einsatz höherer Recyclinganteile. Für die Qualitätssicherung sorgt das vor Ort angesiedelte Labor der HF Prüftechnik GmbH, das kontinuierliche Prüfungen und Materialanalysen durchführt.
Strategischer Schulterschluss im Straßenbau
Mit der Gründung der gemeinsamen Produktionsgesellschaft verfolgen beide Unternehmen eine klare strategische Stoßrichtung. Die Bündelung der Ressourcen erhöht die Produktionskapazität und verbessert die Marktpräsenz in der Region.
„Mit dem Bau der neuen Asphaltmischanlage stärken wir den Straßenbau und unterstreichen unseren Anspruch, den Standort zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Mit der gemeinsamen Produktionsgesellschaft und dem Asphaltmischwerk in Hinzenbach schaffen wir eine technologisch moderne und verlässliche Basis für die kommenden Jahre“, betont Harald Krammer, technischer Geschäftsführer von Held & Francke.
Gleichzeitig sichern die Partner bestehende Arbeitsplätze und schaffen eine stabile Grundlage für weiteres Wachstum. Die Betriebsleitung übernimmt Markus Kogler von Felbermayr, der künftig beide Standorte verantwortet und die operative Steuerung der Produktion übernimmt.
Mit der AMW Hinzenbach-Haag entsteht damit ein leistungsfähiger Produktionsverbund, der insbesondere für großvolumige Straßenbauprojekte eine zentrale Rolle spielen dürfte.
Foto ganz oben: Auf dem etwa 12.000 Quadratmeter großen Standort wird ab März 2027 Asphalt produziert.
