Die Sedlak Unternehmensgruppe startet in Wien die erste kreislauffähige Sanierung eines Bestandshauses. Das Projekt in der Van-der-Nüll-Gasse 22 wird von der Stadt Wien begleitet und setzt neue Standards für nachhaltiges Bauen.
Pionierprojekt nach Kreislaufwirtschaft
Erstmals wird ein Bestandsgebäude streng nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft saniert. Das Gründerzeithaus aus dem Jahr 1880 im 10. Wiener Gemeindebezirk wird modernisiert und aufgestockt, um zusätzlichen Wohn- und Büroraum zu schaffen.
Die Sanierung erfüllt die von der EU-Taxonomie geforderten Umweltziele 4, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft beschreiben. Dadurch entsteht ein österreichweites Leuchtturmprojekt für nachhaltige Bestandsentwicklung. Die Bauarbeiten begannen Anfang Februar 2026.
Wiederverwertung von Baumaterialien
Ein zentrales Element ist die Wiederverwertung von Baumaterialien. Mindestens 70 % der nicht gefährlichen Bau- und Abbruchabfälle werden recycelt oder wiederverwendet.
Beispiele:
– Terrazzoböden bleiben erhalten
– Mauerziegel aus Abbrucharbeiten werden aufbereitet und erneut verbaut
– Gipskartonplatten erfahren serielle Wiederaufbereitung
Für das Gebäude wird zudem ein digitaler Zwilling sowie ein Gebäuderessourcenpass erstellt, um Materialflüsse transparent zu dokumentieren.
Kreislaufgemäße Erweiterung
Die Immobilie verfügte bisher über 1.155 m² Bruttogeschoßfläche. Im Zuge der Aufstockung und Erweiterung kommen rund 400 m² dazu. Die neue Konstruktion ist rückbaufähig und sortenrein, sodass zukünftige Anpassungen unkompliziert möglich sind und Ressourcen langfristig geschont werden.
Ein nachhaltiges Energiekonzept sorgt für effiziente Nutzung: Erdwärmesonden liefern Heizenergie, und die Warmwasserversorgung erfolgt dezentral über Wohnungsstationen.
Nachhaltige Stadtentwicklung in Wien
Mit dem Baustart demonstriert Wien gemeinsam mit der Sedlak Unternehmensgruppe, wie Sanierung nach Kreislaufwirtschaft praktisch umgesetzt werden kann. Das Projekt ist Teil des Stadterneuerungsprogramms WienNeu+, das Grätzl klima- und zukunftsfit machen soll.
Wilhelm Sedlak, Geschäftsführer der Sedlak Unternehmensgruppe, betont:
„Wir wollen umsetzen, wovon seit einiger Zeit alle sprechen. Mit dem Baustart treten wir den Beweis an.“
Bild: Expressiv

