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Beton und Zement als Schlüssel für Resilienz

VÖZ Kolloquium Gruppenbild

v.l.n.r.: Sebastian Spaun, Florian Rudolf-Miklau, Roman Kohler, Judith Engel, Nicola Löwenstein, Simon Tschannett, Daniel Zimmermann und VÖZ-Präsident Haimo Primas

Wildbach- und Lawinenverbauung, zukunftsfitte Infrastruktur und innovative Entwicklungen in Forschung und Praxis standen im Fokus des 46. Kolloquiums der VÖZ, dem zentralen Branchentreffpunkt der österreichischen Zement- und Betonindustrie. Rund 300 Fachleute kamen in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien zusammen, um über die Zukunftsfragen der Bauindustrie zu diskutieren. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert von Forschung und Entwicklung in der Branche.

Beton und Zement: zentrale Werkstoffe für den Klimawandel

Sebastian Spaun, Geschäftsführer der VÖZ, betonte: „Die Bauwirtschaft steht vor der Herausforderung, CO₂-Emissionen zu senken und gleichzeitig Strukturen zu schaffen, die extremen Wetterereignissen standhalten. Zement und Beton spielen dabei eine zentrale Rolle.“

VÖZ Sebastian Spaun
VÖZ-Geschäftsführer Sebastian Spaun bei der Eröffnung des Kolloquiums. Fotos: VÖZ/Thomas Magyar

Und weiter: „Mit diesen langlebigen und widerstandsfähigen Baustoffen werden Schutzbauten und Infrastrukturen errichtet, die über Generationen bestehen und einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten.“

Herausforderungen durch Extremwetter

In seiner Keynote erklärte Florian Rudolf-Miklau, Leiter der Abteilung Wildbach- und Lawinenverbauung im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft: „Die Erderwärmung im Alpenraum um rund drei Grad setzt Naturgefahrenprozesse von teilweise extremem Ausmaß in Gang, die unsere Schutzsysteme an die Grenzen bringen. Das ‚Neue Normal‘ sind häufigere Extremereignisse. Neue Konzepte sind erforderlich, um das Sicherheitsniveau langfristig zu sichern.“

VÖZ Kolloquium Rudolf-Miklau
Florian Rudolf-Miklau hat seine Keynote den Themen Klimawandel, Extremwetter, Naturgefahren und deren Auswirkungen auf die Infrastruktur gewidmet.

Ein hochkarätiges Podium diskutierte anschließend die Anpassung von Gesellschaft und Infrastruktur an die Herausforderungen des Klimawandels. Einigkeit herrschte darüber, dass proaktives Handeln, Investitionen in blau-grüne Infrastruktur und Mut zu Veränderungen entscheidend für die Zukunft sind.

Praxisbeispiele: Klinkerreduzierter Zement und nachhaltige Betonbauweisen

Christoph Stotter von der Wietersdorf Alpacem GmbH berichtete über den Einsatz von klinkerreduziertem Zement im Tunnelbau auf der Strecke Divača-Koper in Slowenien. Dort kam CEM II/C-Zement erfolgreich für die Tunnel-Innenschale zum Einsatz. Christoph Ressler und Martin Reymaier vom Güteverband Transportverband informierten über Möglichkeiten, nachhaltige Betone transparent auszuschreiben und zu bewerten. Dabei spielt die CSC-Zertifizierung des Concrete Sustainability Council eine zentrale Rolle für mehr Transparenz in der Branche.

Ein weiterer Vortrag widmete sich der nachhaltigen Anwendung von Beton im Brückenbau. Zwei Brückenbauwerke wurden in einer Ökobilanz über ihren Lebenszyklus verglichen. Aufgrund der längeren Lebensdauer schneiden Brücken in Stahlbetonbauweise besser ab als Holztragwerke. Auch die Dauerhaftigkeit von Beton konnte anhand von Analysen der Straßendecke des Arlbergtunnels gezeigt werden, der nach 45 Jahren noch immer hervorragende Qualität aufwies.

Bauteilaktivierung: Potenzial für thermische Energiespeicherung

Zum Abschluss präsentierte ein interdisziplinäres Projektteam Ergebnisse aus 16 bauteilaktivierten Gebäuden in Österreich. Über vier Jahre wurden Messdaten, Befragungen und Interviews ausgewertet. Die Ergebnisse bestätigen das große Potenzial der Bauteilaktivierung zur thermischen Energiespeicherung und zur Glättung von Lastspitzen. Dieses Potenzial wird bislang aufgrund technischer und regulatorischer Hürden nur eingeschränkt genutzt.

Fazit: Beton als Schlüssel für resiliente Infrastruktur

Das 46. VÖZ-Kolloquium hat einmal mehr gezeigt, dass Zement und Beton zentrale Aufgaben in unserer Gesellschaft übernehmen. Die Branche arbeitet aktiv daran, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und Lösungen für eine nachhaltige und resiliente Infrastruktur zu entwickeln.

www.zement.at
Die Vorträge stehen unter www.zement.at/kolloquium zum Download zur Verfügung.

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