Mit einem präzise getakteten Einhub erreicht der Neubau der Überführung in Niklasdorf-Foirach einen sichtbaren Meilenstein. In den Nächten vom 18. auf 19. sowie vom 19. auf 20. Juli 2026 wurden die zentralen Tragwerksteile erfolgreich über der Bahnstrecke Bruck an der Mur – Leoben positioniert. Damit nimmt das Bauwerk, das künftig zwei Eisenbahnkreuzungen ersetzt, erstmals klar Kontur an – ein Projekt mit hoher Relevanz für Verkehrssicherheit und Bauablauf unter laufendem Bahnbetrieb.
Nächtlicher Einhub unter Bahnbetrieb
Die kritische Phase des Projekts konzentrierte sich auf ein enges Zeitfenster zwischen 18. Juli und 3. August 2026. Der eigentliche Einhub der Mittel- und Randsegmente erfolgte in zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Solche Zeitfenster sind im Eisenbahnumfeld üblich, um Eingriffe in den Betrieb zu minimieren und gleichzeitig die erforderliche Präzision beim Versetzen großformatiger Fertigteile sicherzustellen.

Mit dem Versetzen der Tragwerksteile ist ein wesentlicher Abschnitt der Brückenkonstruktion abgeschlossen. Die Baulogistik erforderte eine exakte Abstimmung von Hebetechnik, Sperrpausen und Montageabläufen. Der Einhub markiert damit nicht nur einen bautechnischen, sondern auch einen organisatorischen Meilenstein.
Sicherheitsgewinn durch neue Überführung
Die neue Überführung entsteht südlich der B116 Leobner Straße und wird an das bestehende Straßennetz angebunden. Mit der geplanten Verkehrsfreigabe Ende Oktober 2026 können zwei bestehende Eisenbahnkreuzungen dauerhaft aufgelassen werden. Der Sicherheitsgewinn ist erheblich, denn niveaugleiche Querungen zählen zu den sensibelsten Punkten im Straßen- und Bahnverkehr.

Das Projekt folgt damit einem klaren Grundsatz moderner Infrastrukturplanung: „Die sicherste Eisenbahnkreuzung ist jene, die es nicht mehr braucht.“ Durch die höhenfreie Führung des Verkehrs wird die Querung der Strecke Bruck an der Mur – Leoben künftig ohne Konfliktpunkte abgewickelt.
Ausbauphase bis August
Bis Anfang August werden die verbleibenden Tragwerkselemente komplettiert. Parallel dazu laufen vorbereitende und abschließende Arbeiten an der Brücke. Dazu gehören die Demontage temporärer Absturzsicherungen sowie das Versetzen der Fertigteil-Randbalken, die für die endgültige Querschnittsausbildung entscheidend sind.

In der nächsten Bauetappe folgen die Montage von Leitschienen und Spritzschutz sowie der Rückbau der Gerüstkonstruktion. Mit jedem dieser Schritte nähert sich das Projekt der finalen Bauphase. Die Überführung in Niklasdorf entwickelt sich damit planmäßig von der Montagephase hin zur verkehrsfertigen Infrastruktur.
Fertigstellung im Herbst
Die Inbetriebnahme der neuen Überführung ist für Ende Oktober 2026 vorgesehen. Mit der Verkehrsfreigabe wird nicht nur die lokale Erreichbarkeit verbessert, sondern auch ein sicherheitsrelevanter Engpass im regionalen Verkehrsnetz beseitigt. Für Baupraxis und Infrastrukturbetreiber zeigt das Projekt exemplarisch, wie durch präzise geplante Einhubprozesse und konsequente Bauphasenlogik komplexe Brückenbauvorhaben unter laufendem Betrieb effizient umgesetzt werden können.
