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HDD-Trassenbau steigert Tempo & Präzision

TRACTO Grundodrill JSC300 Gestänge

Die Energiewende verlangt nach schneller, präziser und genehmigungsfähiger Netzinfrastruktur. Beim HGÜ-Projekt A-Nord zeigt sich, wie leistungsfähig grabenlose Bauweisen heute sind. Für diesen Bauabschnitt setzt Niks Infra auf den Grundodrill JCS300 von Tractro. Moderne HDD-Technik ermöglicht lange, exakt gesteuerte Bohrungen – mit weniger Eingriffen in Natur und Bestand. Ein Praxisbeispiel aus Geldern liefert konkrete Leistungsdaten.

A-Nord: 300 Kilometer für die Energiewende

Die Gleichstromtrasse A-Nord verbindet Emden-Petkum mit Meerbusch-Osterath und transportiert Windstrom aus der Nordsee in die Verbrauchszentren. Mit 2.000 Megawatt Leistung deckt sie den Bedarf von rund zwei Millionen Menschen. Der Bau startete 2023, die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.

Überblick über die Baustelle der Niks Infra bei Geldern
Überblick über die Baustelle der Niks Infra bei Geldern. Das benötigte Equipment ist äußerst überschaubar, Oberflächen werden kaum beeinträchtigt. Das Magazin des Grundodrill JCS300 hält Bohrgestänge mit einer Gesamtlänge von 270 Metern bereit. Weitere Gestänge können während des Bohrvorgangs seitlich nachgeladen werden. Fotos: Tracto-Technik

Die Trasse besteht aus zwei Systemen mit jeweils zwei 380-kV-Kabeln und Rückleiter. Wo offene Bauweise nicht möglich ist, etwa bei Querungen oder in sensiblen Bereichen, kommt die geschlossene Verlegung zum Einsatz. Im Abschnitt NRW3a über rund 60 Kilometer ist das regelmäßig der Fall.

HDD im Trassenbau: Präzise und flächenschonend

Beim Horizontal-Spülbohrverfahren (HDD) werden Leitungen gesteuert unterirdisch verlegt. Ein Ortungssystem überwacht den Bohrkopf permanent, sodass Trassen flexibel geführt werden können. Das reduziert Eingriffe in Oberflächen, spart Aushub und senkt Emissionen.

Gerade bei Querungen von Gewässern oder bestehender Infrastruktur ist HDD heute Standard. Im Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen bei Geldern wurde so unter anderem die Issumer Fleuth unterquert – ohne offene Baugräben.

JCS300: Hohe Leistung auf langen Strecken

Die HDD-Bohranlage Grundodrill JCS300 von Tractro liefert 300 kN Schub- und Zugkraft sowie ein hohes Drehmoment – entscheidend für lange Bohrungen mit großen Rohrdurchmessern.

Ein zentrales Merkmal ist das Gestängemagazin mit 70 Stangen à 4,5 Meter. Weniger Verbindungen als bei kürzeren Gestängen beschleunigen den Bohrprozess. Automatisierte Abläufe und Assistenzsysteme sorgen für reproduzierbare Ergebnisse und erleichtern die Dokumentation – ein wichtiger Faktor bei Projekten mit hohen Nachweispflichten.

Die Steuerung erfolgt über eine mobile HMI, die Maschinen- und Bohrdaten sowie die Lage des Bohrkopfs integriert anzeigt. Diese direkte Verknüpfung von Bohranlage und Ortung erhöht die Präzision und Betriebssicherheit deutlich.

Praxisleistung: 490 Meter in sieben Stunden

Die Leistungsfähigkeit zeigt sich in Geldern konkret. Sechs Pilotbohrungen mit jeweils 490 Metern Länge wurden im Schnitt in nur sieben Stunden hergestellt. Für die Aufweitung auf den Enddurchmesser war pro Bohrung ein weiterer Arbeitstag erforderlich.

Der Grundodrill JCS300 bei der Erstellung einer Pilotbohrung zwischen bereits verlegten, parallel verlaufenden Schutzrohren, in die später die Erdkabel eingezogen werden
Der Grundodrill JCS300 bei der Erstellung einer Pilotbohrung zwischen bereits verlegten, parallel verlaufenden Schutzrohren, in die später die Erdkabel eingezogen werden

Auch die nachfolgenden Schritte sind effizient organisiert. Der Clean-Up-Run zur Reinigung des Bohrkanals und der Einzug der Schutzrohre mit 315 und 350 Millimetern Durchmesser dauerten jeweils etwa einen Tag pro Leitung. Die Stromkabel werden anschließend eingezogen.

No-Dig wird zum Schlüsselverfahren

Auch in anderen Abschnitten setzt Netzbetreiber Amprion auf grabenlose Verfahren. Zwischen Emden und Wietmarschen wird A-Nord mit Offshore-Anbindungen gebündelt. In sensiblen Küstenbereichen wie Norderney war die Verlegung ausschließlich in geschlossener Bauweise möglich.

Selbst schwierige geologische Bedingungen lassen sich beherrschen. In sandigem Untergrund kamen zusätzlich gerammte Casing-Rohre zum Einsatz, um stabile Startpunkte für die Bohrungen zu schaffen.

Damit zeigt sich klar: No-Dig ist im Trassenbau längst mehr als eine Alternative. Die Verfahren sind heute wirtschaftlich, präzise und genehmigungsfähig – und damit ein zentraler Baustein für große Infrastrukturprojekte.

Fachkonferenz „grabenlos.2026“ in Wien

Die wachsende Bedeutung grabenloser Technologien spiegelt sich auch im Veranstaltungskalender wider. Am 29. und 30. September 2026 findet in Wien die Fachkonferenz „grabenlos.2026“ statt. Unter dem Motto „NoDig & BlueGreen“ stehen klimaresiliente Infrastruktur, praxisnahe Anwendungen und Best-Practice-Beispiele im Fokus.

Neben Vorträgen bietet die Veranstaltung eine Experience Area mit Live-Demos sowie Exkursionen zu Projekten und Unternehmen. Damit liefert die Konferenz genau jene Praxisnähe, die für Planer, Auftraggeber und Ausführende im Trassenbau entscheidend ist.
Weitere Informationen unter www.grabenlos.at.

www.tracto.com

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