Huppenkothen feiert sein 70-jähriges Bestehen. Aus einem Vorarlberger Familienunternehmen mit wenigen Mitarbeitern wurde einer der erfolgreichsten Takeuchi-Importeure Europas. Im Gespräch mit Baublatt.Österreich informieren die Geschäftsführer Wolfgang Rigo und Martin Hofer über die Entwicklung des Unternehmens, die besondere Partnerschaft mit Takeuchi und die Zukunft der Baumaschinenbranche.
Herr Rigo, Herr Hofer, 70 Jahre Huppenkothen sind ein bemerkenswerter Meilenstein. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie heute auf diese Erfolgsgeschichte zurückblicken?
Hofer: Vor allem Stolz. Wenn man sieht, was aus einem kleinen Unternehmen entstanden ist, ist das beeindruckend. Besonders wenn man bedenkt, dass die ersten Jahrzehnte ohne die heutigen Hilfsmittel wie Internet oder Mobiltelefon bewältigt wurden. Das verlangt großen Respekt vor der Leistung der Gründergeneration.
Rigo: Für mich sind es vor allem die Menschen. Die Loyalität unserer Mitarbeiter und die vielen langjährigen Wegbegleiter haben uns geprägt. Natürlich blicken wir gerne zurück, aber noch lieber schauen wir nach vorne.
Aus einem Vorarlberger Familienunternehmen wurde ein europäischer Marktführer für Takeuchi. Welche Faktoren waren dabei entscheidend?
Hofer: Ganz wesentlich war die enge Zusammenarbeit mit Takeuchi. Wir haben die Wünsche unserer Kunden nach Japan getragen, und viele davon wurden umgesetzt. Die Maschinen überzeugen durch Qualität und Praxistauglichkeit – das schätzen unsere Kunden bis heute.
Rigo: Entscheidend war auch, dass Takeuchi unsere Kritik immer ernst genommen und kontinuierlich Verbesserungen vorgenommen hat. Dadurch konnten wir unsere Marktposition in den von uns betreuten Ländern nachhaltig ausbauen.
Huppenkothen und Takeuchi verbindet eine jahrzehntelange Partnerschaft. Was macht diese Zusammenarbeit so besonders?
Rigo: Es ist die Handschlagqualität auf beiden Seiten. Vertrauen, Offenheit und Verlässlichkeit prägen die Zusammenarbeit seit Generationen. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich.
Hofer: Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt – in schwierigen ebenso wie in guten Zeiten. Als Takeuchi nach der Wirtschaftskrise hohe Produktionszahlen hatte, haben wir geholfen. Später, als Maschinen knapp waren, hat uns Takeuchi unterstützt. Das ist gelebte Partnerschaft.
Mit Herrn Takeuchi ist heute ein Vertreter der Gründerfamilie anwesend. Welche Bedeutung hat dieser Besuch?
Hofer: Das ist für uns eine große Ehre und Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung. Mehr Anerkennung kann man kaum zeigen.
Rigo: Wir haben großen Respekt vor der Gründerfamilie und hoffen, dass sie dem Unternehmen noch lange erhalten bleibt. Diese Kontinuität ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Herr Hofer, Sie haben Ihre Karriere als Mechaniker begonnen und sind heute Geschäftsführer. Was hat sich in der Baumaschinenbranche am stärksten verändert?
Hofer: Die Maschinen sind wesentlich vielseitiger geworden. Früher war ein Bagger vor allem ein Gerät zum Graben. Heute sind viele Maschinen universelle Geräteträger mit einer Vielzahl von Anbaugeräten. Dazu kommen Digitalisierung, Assistenzsysteme und ein deutlich höherer Komfort für die Fahrer.
Herr Rigo, Sie haben gemeinsam mit Martin Hofer vor mehr als einem Jahrzehnt die Führung übernommen. Welche Werte wollten Sie unbedingt bewahren?
Rigo: Handschlagqualität, Offenheit und die Nähe zum Kunden. Diese Werte haben Huppenkothen groß gemacht und sind bis heute unser Fundament.
Huppenkothen gilt als Marktführer in der Mini- und Kompaktklasse. Was verstehen Sie unter Marktführerschaft?
Hofer: Marktführerschaft bedeutet für uns nicht nur hohe Marktanteile. Genauso wichtig sind Servicequalität und Kundennähe. Der Kunde darf nie alleine gelassen werden. Wenn eine Maschine ausfällt, müssen wir rasch helfen oder ein Ersatzgerät bereitstellen.
Rigo: Wir wollen Partner unserer Kunden sein – nicht nur Lieferant.
Viele Kunden begleiten Huppenkothen seit Jahrzehnten. Gibt es eine besondere Geschichte, die Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Hofer: Als wir einst einen neuen Bagger vorgestellt haben, wollten gleich mehrere Kunden unbedingt „den ersten“ haben. Also haben wir kurzerhand beschlossen, dass jeder Kunde den ersten in seiner Region bekommt. Solche Geschichten zeigen die Begeisterung unserer Kunden und das Vertrauen, das sie in unsere Produkte setzen.
Rigo: Das Schönste ist, dass viele dieser Kunden auch heute noch mit uns zusammenarbeiten.
Digitalisierung, alternative Antriebe und Automatisierung verändern die Branche. Was erwarten Sie in den nächsten zehn Jahren?
Hofer: Die Technologien sind vorhanden, aber welche Antriebsformen sich letztlich durchsetzen, wird stark von politischen Rahmenbedingungen abhängen. Wir und auch Takeuchi sind auf verschiedene Entwicklungen vorbereitet.
Wenn wir uns zum 80-jährigen Jubiläum wieder treffen: Wo soll Huppenkothen dann stehen?
Hofer: Ich wünsche mir, dass wir dieselbe Kundennähe und dieselbe Verbundenheit zu unseren Mitarbeitern bewahren können wie heute. Das ist unser größtes Kapital.
Rigo: Wenn wir weiteres Wachstum mit langfristigen Partnerschaften zu Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten verbinden können, dann haben wir alles richtig gemacht.
Vielen Dank für das Gespräch!

