Schlaglöcher schnell schließen – und zwar dauerhaft: Genau das verspricht die Mikrowellentechnologie des tschechischen Herstellers Futtec. Mit dem Reparaturgerät FT-3 und dem Mikrowellenofen FF-9 sollen Straßenschäden ganzjährig und ohne typische Schwachstellen instand gesetzt werden. Eine Live-Demo in Oberösterreich zeigt, wie praxisnah das Verfahren bereits ist – und warum es für Bauhöfe und Straßenerhalter wirtschaftlich interessant wird.
Live-Demo in Oberösterreich
Im Juni präsentierte Futtec seine Technologie in Kerschbaum vor rund 35 Fachvertretern aus der Straßenbauverwaltung des Landes Oberösterreich sowie dem städtischen Straßendienst von Linz. Organisiert wurde die Demonstration mit Unterstützung der Rabmer Gruppe. Geschäftsführerin Ulrike Rabmer-Koller begleitete die Vorführung gemeinsam mit Branchenexperten vor Ort.
Die Resonanz fiel klar aus: Besonders die Möglichkeit, Reparaturen unabhängig von Jahreszeit und Außentemperatur durchzuführen, stieß auf großes Interesse. Denn klassische Heißmischverfahren stoßen im Winter an Grenzen, wenn Asphaltmischanlagen stillstehen oder Materiallogistik zum Engpass wird.
Ganzjährig einsetzbar bis minus 10 Grad
Ein zentraler Vorteil der Mikrowellentechnik liegt in ihrer Witterungsunabhängigkeit. Reparaturen sind laut Hersteller auch bei Temperaturen bis zu minus 10 Grad möglich. Damit lassen sich Schäden unmittelbar beheben, ohne auf wärmere Perioden warten zu müssen. Für Betreiber bedeutet das weniger Folgeschäden, geringere Verkehrsgefährdung und eine planbarere Instandhaltung.
„Unser Ziel ist eine dauerhafte Reparatur, die die Fahrbahnoberfläche wiederherstellt und erneuten Schäden vorbeugt“, erklärt Futtec-Gründer Jiří Rušikvas. „Die Mikrowellentechnologie ist ganzjährig einsetzbar, unabhängig von Jahreszeit und Wetterbedingungen. Selbst in der kalten Jahreszeit können wir Schlaglöcher effektiv reparieren und dabei den Verkehr mit minimalen Beeinträchtigungen aufrechterhalten.“
Nahtlose Verbindung statt Schwachstelle
Technisch unterscheidet sich das Verfahren grundlegend von klassischen Kalt- oder Heißreparaturen. Ein speziell ausgestatteter Lkw bringt sowohl Geräte als auch vorverpacktes Asphaltmaterial zur Baustelle. Vor Ort wird der beschädigte Bereich mit dem FT-3 gezielt per Mikrowelle erwärmt. Parallel erhitzt der Ofen FF-9 die neue Asphaltmischung.

Der entscheidende Effekt entsteht durch die gleichmäßige Erwärmung: Alt- und Neumaterial verbinden sich strukturell miteinander. Es entsteht keine klassische Fuge, die später wieder aufbrechen könnte. Genau hier liegt der Vorteil gegenüber herkömmlichen Verfahren, bei denen Übergangsbereiche häufig die Schwachstelle darstellen.
Für die Praxis bedeutet das weniger Nacharbeiten und längere Standzeiten der Reparaturstellen. Gleichzeitig reduziert sich der Materialeinsatz, da keine großflächigen Ausfräsungen notwendig sind.
Pilotprojekt und Markteintritt in Österreich
Die Rabmer Gruppe wird die Futtec-Technologie in den kommenden Monaten im Rahmen eines Pilotprojekts in ihren Fuhrpark integrieren. Ziel ist es, die Einsatzmöglichkeiten im realen Straßenbetrieb zu evaluieren und gleichzeitig Auftraggebern sowie Partnerfirmen zugänglich zu machen.
„Künftig übernehmen wir sowohl den Vertrieb als auch die operative Umsetzung dieser Technologie in Österreich“, betont Ulrike Rabmer-Koller. „Die Live-Vorführung hat gezeigt, wie moderne Verfahren die Lebensdauer bestehender Straßen deutlich verlängern und gleichzeitig Kosten sowie Baustellenzeiten reduzieren können.“
Damit positioniert sich die Mikrowellen-Schlaglochreparatur als ernstzunehmende Alternative für Kommunen, Straßenmeistereien und Bauunternehmen – insbesondere dort, wo schnelle Reaktionszeiten und dauerhafte Ergebnisse gefragt sind.

