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BBT: Durchschlag an der Staatsgrenze

BBT Durchbruch mit Mannschaft

Ein historischer Moment im Brenner Basistunnel: Im Baulos H53 Pfons–Brenner sind die beiden Haupttunnelröhren erstmals durchgehend zwischen Österreich und Italien verbunden. Der nahezu zeitgleiche Durchschlag im Ost- und Westtunnel markiert einen entscheidenden Baufortschritt bei einem der größten Infrastrukturprojekte Europas – unter anspruchsvollsten geologischen und logistischen Bedingungen.

Durchschlag unter extremen Bedingungen

Der Durchschlag erfolgte rund 1.408 m unter der Geigenspitze auf etwa 794 m Seehöhe. An dieser Stelle trafen die Vortriebsmannschaften auf Zentralgneis, ein besonders hartes Gestein aus der tiefsten geologischen Einheit des Tauernfensters. Temperaturen von rund 30 °C im Fels, lange Transportwege und komplexe geologische Verhältnisse verlangten Mensch und Technik alles ab.

Mit dem Durchschlag schließen die von österreichischer Seite aufgefahrenen Tunnelabschnitte direkt an das italienische Baulos H61 Mauls 2–3 an. Damit sind die beiden Haupttunnelröhren erstmals durchgehend verbunden – ein symbolträchtiger Moment auch für die Zusammenarbeit der internationalen Teams unter Tage.

Präzision im Sprengvortrieb

Der Vortrieb im Baulos H53 begann im März 2024 im klassischen Sprengvortrieb. Je nach Gebirgsverhältnissen wurden pro Zyklus zwischen zwei und fünf Meter Tunnel hergestellt. Insgesamt entstanden bis zum Durchschlag rund 5,0 km im Osttunnel und etwa 5,1 km im Westtunnel.

Die Arbeiten liefen parallel in beiden Röhren. Pro Vortrieb waren jeweils sechs bis acht Mitarbeitende im Vier-Schicht-Betrieb rund um die Uhr im Einsatz. Entscheidend für den Erfolg war die exakte Vermessung und kontinuierliche Anpassung der Vortriebsleistung an die wechselnden geologischen Bedingungen.

BBT Durchbruch

Über die gesamte Länge von mehr als fünf Kilometern durfte die Abweichung von der geplanten Tunnelachse nur wenige Zentimeter betragen. Diese Präzision war Voraussetzung dafür, dass sich die von Österreich und Italien aus aufgefahrenen Abschnitte exakt treffen konnten.

Teamleistung über Grenzen hinweg

Für die Arbeitsgemeinschaft aus Porr und Marti ist der Durchschlag ein Meilenstein mit hoher emotionaler Bedeutung. „Ein bedeutender Moment wie dieser ist das Ergebnis von Einsatzbereitschaft, Fachkompetenz und Teamgeist. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben unter anspruchsvollen Bedingungen Außergewöhnliches geleistet“, betont Porr-CEO Karl-Heinz Strauss.

Nach Jahren intensiver Arbeit trafen die österreichischen Vortriebsteams erstmals unter Tage direkt auf ihre italienischen Kolleginnen und Kollegen. Entsprechend groß war die Erleichterung über das erreichte Etappenziel – und die Anerkennung für die gemeinsame Leistung über Ländergrenzen hinweg.

Nächste Bauetappen im Fokus

Mit dem erfolgreichen Grenzdurchschlag rückt die Fertigstellung des Brenner Basistunnels einen weiteren Schritt näher. Der künftig rund 64 km lange Eisenbahntunnel gilt als zentrales Element für die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene im Alpenraum.

Parallel zum erreichten Meilenstein laufen die Arbeiten weiter. In den kommenden Monaten treiben die Tunnelbohrmaschinen „Olga“ und „Wilma“ die Haupttunnelröhren in Richtung Innsbruck voran. Damit geht eines der bedeutendsten europäischen Infrastrukturprojekte in die nächste entscheidende Bauphase – mit klarer Zielsetzung: mehr Kapazität, kürzere Transportzeiten und eine nachhaltige Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen.

Fotos: Wolfgang Gollmayer/Schnittraum

www.porr-group.com

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