Logistik ist bei Kubota längst ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Das Unternehmen betreibt in Europa zwei Schlüsselstandorte: das European Distribution Center (EDC) im niederländischen Weert und das European Parts Center (EUPC) im französischen Thionville. Baublatt.Österreich hatte Gelegenheit, beide Werke auf Einladung von Kubota zu besuchen.
Der Eindruck vor Ort war eindeutig: Ein hoher Grad an Digitalisierung prägt sämtliche Abläufe. Prozesse sind weitgehend SAP-gestützt, transparent und konsequent auf Effizienz ausgerichtet. Ziel ist es, Maschinenverfügbarkeit, Ersatzteilversorgung und Lieferqualität dauerhaft auf hohem Niveau zu halten.
Kubota bereitet sich zudem auf weiteres Wachstum vor. Mit der Erweiterung des Baumaschinenprogramms steigt die Variantenvielfalt. Damit wachsen auch die Anforderungen an Logistik, Konfiguration und Ersatzteilmanagement.
European Distribution Center in Weert
Das EDC in Weert fungiert als zentrale Drehscheibe für Baumaschinen aus europäischen Werken und aus Japan. Der Standort übernimmt nicht nur Lagerung und Versand, sondern auch Konfiguration und Qualitätskontrolle.
Besonders beeindruckend ist die Dimension der Anlage. Die Halle umfasst rund 63.000 m². Unter Dach finden bis zu 4.000 Maschinen Platz. Keine Maschine steht im Freien. Das schützt vor Witterungseinflüssen und sichert die Qualität bis zur Auslieferung.

Alle Maschinen werden digital erfasst und über ihren gesamten Aufenthalt hinweg verfolgt. Vom Wareneingang über die Werkstatt bis zum Versand bleibt jeder Schritt dokumentiert. Auch die Erstellung von Lieferpapieren und Dokumentationen erfolgt weitgehend automatisiert.
Ein wichtiger Bestandteil des Standorts sind sogenannte Value Added Services. In einer integrierten Werkstatt werden die meisten Maschinen kundenspezifisch ausgerüstet. Dadurch kann Kubota flexibel auf Anforderungen der Händler und Endkunden reagieren, ohne die Serienproduktion zu verkomplizieren.

Im täglichen Betrieb werden mehrere Lkw abgefertigt. Die Infrastruktur mit zahlreichen Rampen ermöglicht eine flexible Steuerung der Warenströme und kurze Durchlaufzeiten.
European Parts Center in Thionville
Während Weert den Maschinenfluss steuert, übernimmt Thionville die Ersatzteilversorgung. Das EUPC ist das zentrale Lager für Bau-, Agrar- und Kommunaltechnik in Europa.

Auf rund 22.000 m² stehen etwa 140.000 Lagerplätze zur Verfügung. Täglich werden tausende Bestellpositionen bearbeitet und in über 120 Länder versendet. Eine Lieferqualität von rund 99,5 Prozent zeigt die hohe Prozessstabilität.
Auch hier ist Digitalisierung der Schlüssel. Lagerplätze werden datenbasiert optimiert, Transportmanagementsysteme wählen automatisch geeignete Versanddienstleister, und Händler erhalten Tracking-Informationen in Echtzeit. Ziel ist nicht nur der pünktliche Versand, sondern die termingerechte Lieferung beim Kunden.

Das heutige Zentrum entstand durch die Zusammenführung mehrerer früherer Lagerstandorte in Europa. Die Zentralisierung hat Effizienz, Transparenz und Liefergeschwindigkeit deutlich verbessert.
Digitalisierung als gemeinsamer Nenner
Sowohl Weert als auch Thionville sind Beispiele dafür, wie moderne Logistik funktioniert. Transparente Daten, automatisierte Abläufe und klar definierte Prozesse ermöglichen kurze Reaktionszeiten und hohe Zuverlässigkeit.
Der Besuch zeigte deutlich: Kubota betrachtet Logistik nicht mehr als Hintergrundfunktion, sondern als strategischen Baustein für Wachstum, Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit in Europa.

