Die Demontage eines Turmdrehkrans in 50 Metern Höhe ist kein Routinejob. In Mülheim an der Ruhr wurde genau das Realität – unter laufendem Baustellenbetrieb und eingeschränkten Platzverhältnissen. Der Obendreherkran 340 EC-B zeigte dabei, was moderne Krantechnik heute leisten muss: Präzision, Tragkraft und absolute Prozesssicherheit.
340 EC-B prägt Quartiersbau in Mülheim
Ein Jahr lang war der Liebherr-Obendreherkran 340 EC-B das zentrale Hebegerät auf der Großbaustelle an der Filchnerstraße. Für die Quartiersentwicklung der SWB-Service-Wohnungsvermietungs- und Baugesellschaft mbH entstehen dort bis 2027 insgesamt 126 Mietwohnungen – teils in klassischer Massivbauweise, teils in Holzmodulbauweise.

Gerade die Holzfertigmodule stellten hohe Anforderungen an die Krantechnik: große Abmessungen, empfindliche Bauteile und hohe Einzelgewichte. Hier spielte der 340 EC-B seine Stärken aus. Mit einer Ausladung von 75 Metern und rund 50 Metern Hakenhöhe deckte der Kran die gesamte Baustelle ab und ermöglichte das präzise Positionieren der Elemente auch bei großen Radien.
Heiko Neumann, Geschäftsführer der Gebr. Lorenz Bauunternehmung GmbH, zieht ein klares Fazit:
„Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit waren hervorragend. Der Obendreherkran 340 EC-B hat durch Auslegerlänge und Traglast den gesamten Prozess enorm beschleunigt.“
Taktung mit mehreren Turmdrehkranen
Im Projektverlauf wurde der 340 EC-B durch weitere Turmdrehkrane ergänzt. Zum Einsatz kamen unter anderem ein Schnelleinsatzkran 125 K sowie ein 53 K. Diese Kombination ermöglichte eine saubere Trennung der Bauabschnitte und eine hohe Taktleistung – insbesondere beim parallelen Bau unterschiedlicher Gebäudetypen.
Das Zusammenspiel mehrerer Krane erwies sich als entscheidend, um die Logistik auf der innerstädtischen Baustelle stabil zu halten und Stillstände zu vermeiden. Gerade bei modularen Bauweisen ist eine durchgängige Materialversorgung in enger Zeitabfolge kritisch für den Baufortschritt.
Eingespielte Partnerschaft als Erfolgsfaktor
Ein wesentlicher Erfolgsbaustein war die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Gebr. Lorenz Bauunternehmung GmbH und der Liebherr-Baumaschinen Vertriebs- und Service GmbH. Seit über 25 Jahren setzt das Bauunternehmen auf Liebherr-Turmdrehkrane – sowohl im eigenen Bestand als auch in der Miete.
Diese Kombination aus eigener Flotte, flexibel ergänzten Mietgeräten und abgestimmten Serviceleistungen sorgt für hohe Verfügbarkeit und Planungssicherheit. Gerade bei komplexen Projekten mit wechselnden Anforderungen ist diese Flexibilität ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Luftdemontage unter schwierigen Bedingungen
Besonders anspruchsvoll wurde es zum Projektende im Dezember 2025. Die Demontage des Krans musste unter erschwerten Bedingungen erfolgen: Eine angrenzende Schule schränkte die nutzbare Fläche massiv ein, sodass der ursprünglich geplante Demontageplatz nicht zur Verfügung stand.

Die Lösung: eine Luftdemontage. In rund 50 Metern Höhe arbeiteten die Monteure, gesichert am Seil, direkt am Ausleger. Segment für Segment – jeweils etwa zehn Meter lang – wurde gelöst und vom Mobilkran übernommen. Parallel dazu hob ein Mobilkran mit 230 Tonnen Traglast die Bauteile millimetergenau aus und setzte sie auf bereitstehende Tieflader um. Insgesamt wurden zehn Transporte abgewickelt.
Diese Art der Demontage zählt zu den technisch anspruchsvollsten Verfahren im Turmdrehkranbereich. Sie erfordert speziell geschulte, höhentaugliche Monteure sowie eine präzise Abstimmung aller Beteiligten.
Sicherheit und Präzision im Fokus
Trotz der komplexen Rahmenbedingungen verlief die Demontage reibungslos. Die Rückmeldungen von Bauunternehmen, Bauherr und Planern waren durchweg positiv. Entscheidend war dabei die Kombination aus Erfahrung, detaillierter Einsatzplanung und abgestimmter Hebetechnik.

Fazit: Leistungsfähigkeit im Realbetrieb bestätigt
Der Einsatz des Liebherr 340 EC-B in Mülheim an der Ruhr zeigt exemplarisch, worauf es im modernen Hochbau ankommt: leistungsfähige Krantechnik, durchdachte Logistik und verlässliche Partnerschaften.
Oder, wie Heiko Neumann es formuliert: „Unsere Branche bleibt fordernd: immer höher, immer schneller, immer weiter – nur so bleibt man wirtschaftlich. Mit dem richtigen Krankonzept und einem verlässlichen Servicepartner wie Liebherr ist das machbar.“

