Am Wiener Donauufer entsteht derzeit ein Bauprojekt, das in Österreich bislang ohne Vergleich ist: Die Östu-Stettin Hoch- und Tiefbau GmbH errichtet als Teil der Habau Group eine schwimmende Unternehmenszentrale für den Wasserstraßenbetreiber via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH. Das Projekt am Handelskai in Wien verbindet Hochbau, Schiffbau und Infrastrukturtechnik zu einer hybriden Bauform, die künftig rund 120 Mitarbeiter:innen von via donau, Wasserpolizei und Schifffahrtsaufsicht beherbergen wird. Die Fertigstellung ist für März 2027 vorgesehen, die Hochbaukosten liegen bei 16,6 Millionen Euro.
„Dieses Bauprojekt zeigt eindrucksvoll, wofür die Habau Group steht: Innovationskraft, technische Kompetenz und der Mut, neue Wege zu gehen“, erklärt Hubert Wetschnig, CEO der Habau Group. „Mit der ‚Schwimmenden Unternehmenszentrale‘ setzt Östu-Stettin ein Bauvorhaben um, das so bislang einzigartig in Österreich ist.“
Pontonbau als technische Basis für das Büroschiff
Das Herzstück des Projekts bildet ein speziell gefertigter Ponton aus Schiffbaustahl. Mit einer Länge von rund 103 Metern und einer Breite von etwa 21 Metern dient er zugleich als tragende Unterkonstruktion und technische Ebene des Gebäudes.

Auf dieser schwimmenden Plattform entsteht in rund elf Metern Höhe ein zweigeschossiger Büroaufbau in Stahl-Holz-Verbundbauweise. Die Architektur orientiert sich bewusst an der Formensprache eines Schiffes. Aluminium- und Holzfassaden prägen die äußere Erscheinung, während großzügige Verglasungen im Innenraum für maximale Tageslichtnutzung sorgen.
Die Fassaden- und Holzbauarbeiten werden von der Baumgartner Raimund GmbH umgesetzt, einem Tochterunternehmen der Östu-Stettin. Ergänzt wird das Bauwerk durch fünf Zugangsbrücken sowie einen eigenen Bootsanlegesteg für Einsatzorganisationen.
Bau unter Flussbedingungen mit hoher Präzision
Errichtet wird das schwimmende Büro derzeit an einem temporären Liegeplatz an der Lagerhauslände in Wien, einem Bereich mit intensiver Großschifffahrtsnutzung. Die Bauarbeiten erfolgen direkt am fließenden Gewässer und unterliegen daher erhöhten sicherheitstechnischen und behördlichen Auflagen.

Ein wesentlicher Teil der Konstruktion wird vorgefertigt und in Montagebauweise zusammengefügt, um die Arbeiten unter den komplexen Rahmenbedingungen effizient und kontrolliert auszuführen. Nach Fertigstellung wird das Gebäude stromaufwärts zur Wiener Reichsbrücke verlegt und im Bereich der Praterlände dauerhaft verankert.
Nachhaltigkeit und Energiegewinnung auf der Donau
Neben der bautechnischen Besonderheit setzt das Projekt auch in puncto Nachhaltigkeit Maßstäbe. Geplant sind klimaneutrale Bau- und Betriebskonzepte, die Nutzung von Donauwasser zur Wärmegewinnung sowie Photovoltaikmodule auf dem Dach. Damit entsteht ein energieeffizienter Bürostandort, der Infrastruktur, Energieversorgung und Wasserbau in einem integrativen System vereint. Für Östu-Stettin ist das Projekt zugleich ein strategischer Schritt zur Erweiterung des Leistungsspektrums im Bereich komplexer Infrastruktur- und Spezialbauwerke.

„Die ‚Schwimmende Unternehmenszentrale‘ der via donau ist ein außergewöhnliches Projekt und zeigt sehr gut die breite Kompetenz der Östu-Stettin“, so Robert Hitschmann, technischer Geschäftsführer der Östu-Stettin. „Hier werden Stahl, Holz und Beton unter anspruchsvollen Bedingungen auf dem Wasser kombiniert.“
