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Porr macht aus Erdaushub neue Ziegel

Erdhaushub Baustelle Porr

Aus tonhaltigem Erdaushub entstehen Millionen neuer Ziegel: Bei zwei Wiener Großprojekten zeigt die Porr, wie sich Aushubmaterial gezielt als Rohstoff für die Baustoffproduktion nutzen lässt. Allein beim Neubau der Zentralen Notaufnahme der Klinik Favoriten wurden bis Ende August 2026 insgesamt 14.275 Tonnen Tonmaterial gewonnen und an zwei Ziegelhersteller geliefert. Auch beim Ausbau der Wiener U-Bahn kommt das Verfahren zum Einsatz.

Erdaushub macht mit 57 Prozent den größten Anteil am gesamten Abfallaufkommen Österreichs aus. Ein erheblicher Teil wird auf Deponien entsorgt oder für Verfüllungen eingesetzt. Dabei können geeignete mineralische Böden wertvolle Rohstoffe für die Baustoffindustrie liefern.

Ziegel aus Erdaushub
Aus dem Erdaushub aus Favoriten wurden unter anderem bei Wienerberger zwei Millionen Ziegel geschaffen. Fotos: Manfred Fesl, Porr

„Noch wird zu wenig gemacht, um den Erdaushub, der grundsätzlich ein großes Potenzial in sich birgt, wieder in den Kreislauf zu integrieren“, erklärt Porr-CEO Karl-Heinz Strauss. Gerade bei Großprojekten wolle das Unternehmen dafür sorgen, dass aus Aushub systematisch ein Wertstoff wird.

14.275 Tonnen Ton aus der Klinik Favoriten

Ein konkretes Beispiel liefert der Neubau der Zentralen Notaufnahme der Klinik Favoriten. Im Auftrag des Wiener Gesundheitsverbundes stellte die Porr auf einer Fläche von rund 10.500 m² die Baugrube her.

Baugrube für Klinik Favoriten
10.500 m² große Baugrube der Zentralen Notaufnahme der Klinik Favoriten. Daraus konnten bis Ende August 14.275 t tonhaltiges Material gewonnen werden.

Zum Leistungsumfang gehörten der Abbruch bestehender Pavillons, die Um- und Neuverlegung von Einbauten sowie die Baugrubensicherung und sämtliche Aushubarbeiten.

Dabei fielen bis Ende August 2026 insgesamt 14.275 Tonnen tonhaltiges Material an, das für die Ziegelproduktion genutzt werden konnte. Die Porr-Tochter Koller Erdbau organisierte die Verwertung gemeinsam mit den beteiligten Ziegelherstellern.

Rund 13.300 Tonnen des Materials gingen an das Wienerberger-Ziegelwerk in Hennersdorf. Daraus entstanden rund zwei Millionen Wandziegel. Weitere 975 Tonnen übernahm die Ziegelwerk Lizzi GmbH in Bad Erlach.

Damit konnte der gesamte angegebene tonhaltige Aushub aus diesem Bauabschnitt einer stofflichen Verwertung zugeführt werden.

Wiener U-Bahn liefert weiteren Ziegelrohstoff

Auch beim Ausbau der Wiener U-Bahn nutzt die Porr tonhaltigen Erdaushub für die Baustoffproduktion. In den angetroffenen Bodenschichten fanden sich größere Mengen an Tonmaterial, das sich grundsätzlich für die Ziegelherstellung eignet.

Ob der Aushub tatsächlich als Rohstoff eingesetzt werden kann, wurde durch Laboruntersuchungen, Materialanalysen und Produktionsversuche überprüft. Erst nach diesen Prüfungen erfolgte die Weitergabe an die Ziegelindustrie.

Gemeinsam mit Wienerberger und dem Ziegelwerk Lizzi konnte die Porr auf diese Weise eine weitere fünfstellige Tonnage an Aushubmaterial für die Ziegelherstellung nutzbar machen.

Die beiden Wiener Projekte zeigen damit, welches Potenzial in der gezielten Verwertung mineralischer Böden liegt. Statt geeigneten Aushub zu deponieren, wird er direkt in einen industriellen Produktionsprozess eingebunden.

Sortenreine Trennung entscheidet über Verwertung

Eine wesentliche Voraussetzung für die Wiederverwertung ist die frühzeitige Trennung unterschiedlicher Materialqualitäten. Bereits während der Aushubarbeiten muss sichergestellt werden, dass geeignete Bodenschichten getrennt erfasst und nicht mit ungeeignetem Material vermischt werden.

Für die Ziegelproduktion sind insbesondere die mineralogische Zusammensetzung und die Verarbeitungseigenschaften des Tons entscheidend. Deshalb müssen die gewonnenen Materialien untersucht und ihre Eignung für den jeweiligen Produktionsprozess nachgewiesen werden.

Ziegel aus Erdaushub

Gerade bei großen Bauvorhaben mit erheblichen Aushubmengen eröffnet diese Vorgehensweise zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten. Allerdings müssen Materialqualität, Transportlogistik und die Anforderungen der Abnehmer aufeinander abgestimmt sein.

Die Porr setzt dafür auf das Zusammenspiel ihrer Umwelttechnik-Tochterunternehmen. Erdbau, Logistik, Aufbereitung, Recycling und Abfallmanagement werden gemeinsam organisiert. Je nach Beschaffenheit lässt sich mineralischer Aushub anschließend als Dichtungsmaterial, Recyclingbaustoff, Betonzuschlagstoff oder Rohstoff für die Ziegelproduktion verwenden.

Porr will Erdaushub systematisch verwerten

Die Wiederverwertung von Erdaushub ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 der Porr. Das Unternehmen verfolgt damit das Ziel, Deponiemengen zu reduzieren und den Verbrauch natürlicher Primärrohstoffe zu verringern.

„Wir wollen gerade bei Großprojekten eine Systematik einführen, damit das Recycling von Abbruchmaterial und Erdaushub zur Norm statt zur Ausnahme wird“, betont Strauss.

Die Beispiele aus Favoriten und vom Wiener U-Bahn-Ausbau verdeutlichen den praktischen Nutzen dieses Ansatzes. Entscheidend ist, bereits bei der Planung und Durchführung der Erdarbeiten geeignete Verwertungswege zu berücksichtigen. So kann tonhaltiger Aushub aus einer Baugrube zum Ausgangsmaterial für neue Wandziegel werden.

www.porr.at

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