In direkter Lage zur Spree entsteht in Berlin-Alt-Treptow ein komplexes Bauprojekt mit hoher städtebaulicher und technischer Dichte: Auf rund 9.000 Quadratmetern realisiert Porr Spezialtiefbau die Baugrube für eine kombinierte Wohn- und Hotelanlage zwischen den Entwicklungen Treptower und TwinTowers. Die unmittelbare Nähe zum Gewässer, hohe Grundwasserstände sowie dichte innerstädtische Bebauung machten das Projekt zu einer geotechnisch anspruchsvollen Aufgabe, bei der Dichtigkeit, Verformungskontrolle und Bauablauf präzise aufeinander abgestimmt werden mussten.
Komplexe Randbedingungen an der Spree
Die Lage direkt am Spreeufer stellte erhöhte Anforderungen an die gesamte Baugrubenplanung. Neben der sensiblen Nachbarbebauung spielte insbesondere der hohe Grundwasserstand eine entscheidende Rolle für die gewählte Baugrubenkonzeption. Gleichzeitig waren umfangreiche Umwelt- und Gewässerschutzauflagen einzuhalten, die eine enge Abstimmung mit den zuständigen Behörden erforderlich machten.

Während der gesamten Bauphase wurden regelmäßige Vermessungen sowie eine kontinuierliche Beweissicherung der angrenzenden Ufermauer durchgeführt. Ziel war es, mögliche Verformungen frühzeitig zu erkennen und die Standsicherheit der Bestandsstrukturen jederzeit sicherzustellen.
DSV-Dichtsohle als zentrales Abdichtungselement
Ein wesentliches Element der Baugrubenlösung war die Herstellung einer Dichtsohle im Düsenstrahlverfahren (DSV). Diese Maßnahme ermöglichte eine weitgehend trockene Bauausführung trotz der unmittelbaren Nähe zur Spree und des hohen Grundwasserstandes. Die Dichtsohle bildet die Grundlage für die Auftriebssicherung der späteren Baugrubensohle und stellt einen zentralen Baustein im Gesamtsystem dar.
Ergänzend dazu wurden rund 70.000 Kubikmeter Erdmaterial ausgehoben, wobei die Logistik und Bauablaufplanung auf die innerstädtisch beengten Verhältnisse abgestimmt werden mussten. Bereits in dieser frühen Phase zeigte sich die Bedeutung einer exakt getakteten Bauabwicklung.
Schlitzwände, Bohrpfähle und Mikropfähle im Verbundsystem
Zur Sicherung der Baugrube errichtete Porr Spezialtiefbau Schlitzwände mit einer Gesamtfläche von etwa 7.000 Quadratmetern. Diese bilden gemeinsam mit 89 Bohrpfählen mit 1.200 Millimetern Durchmesser das tragende und abdichtende System der Baugrubenumschließung.

Für die zusätzliche Auftriebssicherung kamen 795 Mikropfähle in unterschiedlichen Durchmessern zur Ausführung. Diese hohe Anzahl verdeutlicht die geotechnische Komplexität des Projekts und die Anforderungen an eine differenzierte Lastabtragung im Baugrund.

Ergänzt wurde das System durch temporäre Stahl-Innenaussteifungen, Anker sowie eine Restwasserhaltung. Das Zusammenspiel dieser Maßnahmen sorgte für eine kontrollierte Verformungsbegrenzung und eine sichere Bauausführung unter schwierigen Randbedingungen.
Präzision im innerstädtischen Spezialtiefbau
Trotz der anspruchsvollen geologischen und städtebaulichen Rahmenbedingungen konnte die Baugrube termingerecht fertiggestellt und im Sommer 2025 an den Auftraggeber Agromex GmbH übergeben werden. Das Projekt zeigt exemplarisch, welche Bedeutung integrierte Spezialtiefbaulösungen im innerstädtischen Raum haben, insbesondere wenn Wasser, Bestand und Baugrube auf engem Raum zusammentreffen.
Für Porr Spezialtiefbau steht das Projekt damit stellvertretend für die Fähigkeit, komplexe Baugruben unter hohen technischen, ökologischen und terminlichen Anforderungen zuverlässig umzusetzen – mit einem klaren Fokus auf Qualität, Sicherheit und Bauablaufstabilität.

