Mit dem 100.000sten produzierten Radlader erreicht die Liebherr-Firmengruppe einen markanten historischen Meilenstein und setzt gleichzeitig ein klares Signal für die technologische Zukunft der Erdbewegung. Die Jubiläumsmaschine, ein L 550 XPower in dunkelblauer Sonderlackierung, wurde feierlich an die Stork Umweltdienste GmbH übergeben. Dieses Ereignis im Liebherr-Werk Bischofshofen dokumentiert exemplarisch, wie über drei Jahrzehnte enge Entwicklungszusammenarbeit zwischen Hersteller, Anwender und Vertriebspartner im anspruchsvollen Recyclingumfeld zu technologischen Spitzenleistungen führt.
Für österreichische Fuhrparkleiter und Bauunternehmer unterstreicht dieses Jubiläum die Bedeutung des Standorts Bischofshofen, der sich seit seiner Gründung 1960 zum weltweiten Kompetenzzentrum für Liebherr-Radlader entwickelt hat.
Partnerschaft als zentraler Entwicklungstreiber
Die feierliche Schlüsselübergabe in Bischofshofen durch Johann Madleitner (kaufmännischer Geschäftsführer), Peter Schachinger (Geschäftsführer Produktion und Betrieb) und Günther Holzer (Entwicklungsleiter Radlader) war weit mehr als Symbolik. Sie dokumentiert die gewachsene Zusammenarbeit mit der Stork Umweltdienste GmbH und dem Vertriebspartner Kurt König.
Seit 1994 setzt das in Magdeburg beheimatete Recyclingunternehmen konsequent auf Liebherr-Radlader. Der Fuhrpark ist parallel zum Unternehmenswachstum kontinuierlich auf heute 46 Radlader, zehn Mobilbagger, sechs Raupenbagger und weitere Spezialmaschinen angewachsen.

Auch von Anwenderseite wird diese Kontinuität geschätzt. Bernhard Stork, Geschäftsführer der Stork Umweltdienste GmbH, betont: „Der 100.000ste Radlader ist ein starkes Symbol für unsere langjährige, vertrauensvolle Partnerschaft mit Liebherr sowie für die gute Zusammenarbeit mit unserem Händler Kurt König.“
Der L 550 XPower im harten Praxiskontext
Die Wahl des Jubiläumsmodells ist aus technischer Sicht äußerst konsequent. Die erfolgreiche XPower-Baureihe feiert aktuell ihr zehnjähriges Bestehen. Genau in diesem anspruchsvollen Recyclingumfeld wurde die Technologie gemeinsam mit Stork zur Serienreife gebracht: Bereits 2015 testete das Unternehmen ein Vorserienmodell in einem mehrjährigen Feldtest unter realen Bedingungen.
Das Herzstück der Maschine ist der innovative leistungsverzweigte XPower-Fahrantrieb. Er vereint die besten Eigenschaften aus zwei Welten: Für kurze, schnelle Ladespiele (wie sie im Recycling typisch sind) nutzt die Maschine den hydrostatischen Antrieb. Bei längeren Strecken oder Bergauffahrten schaltet sich nahtlos der mechanische Antrieb zu.
Technische Kerndaten des L 550 XPower
| Spezifikation | Wert / Detail | Praxisnutzen für Betreiber |
| Einsatzgewicht | 18.550 – 20.600 kg | Hohe Standfestigkeit beim Umschlag schwerer Materialien |
| Nennleistung | 163 kW / 222 PS | Ausreichend Kraftreserven für steile Rampen im Recyclinghof |
| Schaufelinhalt | 2,60 – 9,50 m³ | Flexibel anpassbar an spezifische Materialgewichte (0,50 – 1,80 t/m³) |
| Kraftstoffverbrauch | ca. 9,31 l/Std. | Massive Senkung der Total Cost of Ownership (TCO) durch XPower-Antrieb |
| Assistenzsysteme | z.B. Aktive Personenerkennung | Erhöhte Arbeitssicherheit im unübersichtlichen Werksverkehr |
Die Jubiläumsmaschine selbst bleibt technisch seriennah, hebt sich jedoch visuell deutlich ab. Die dunkelblaue Sonderlackierung entspricht den Unternehmensfarben von Stork. Ein besonderes Highlight ist der „100.000“-Schriftzug: Er setzt sich aus historischen Bildmotiven zusammen und spannt den Bogen von den ersten Liebherr-Prototypen der 1950er-Jahre (wie dem „Elefant Typ 90“) bis zur aktuellen XPower-Generation.
Technologieausblick: Die emissionsfreie Baustelle
Vor dem operativen Einsatz in Magdeburg wird der Radlader auf der IFAT 2026 in München als Technologie- und Imageträger einem breiten Fachpublikum präsentiert.

Gleichzeitig markiert dieser Meilenstein keinen Abschluss, sondern fungiert als Basis für zukünftige Entwicklungen. Im Liebherr-Werk Bischofshofen wird die Technologieoffenheit massiv vorangetrieben:
Mit dem L 507 E rollt bereits der erste batterieelektrische Radlader vom Band, der sich ideal für innerstädtische, geräuschempfindliche Einsätze eignet. Für Großradlader, bei denen Batterien an ihre Grenzen stoßen, präsentierte Liebherr auf der Bauma 2025 den Prototyp L 566 H mit Wasserstoffmotor. Zudem demonstriert das Konzept „Liebherr Autonomous Operations“ eindrucksvoll, wie fahrerlose Radlader künftig monotone, repetitive Aufgaben auf der Baustelle oder im Umschlag autonom erledigen können.

